Djokovic droht lange Zwangspause

Novak Djokovic musste sein Wimbledon-Viertelfinale gegen Tomas Berdych verletzt aufgeben

Nach langem sportlichen Tief schien Novak Djokovic auf Rasen endlich wieder zu alter Stärke zurückzufinden.

Das Vorbereitungsturnier auf Wimbledon in Eastbourne gewann der ehemalige Weltranglistenerste, auf dem heiligen Rasen gab der Serbe bis zum Viertelfinale keinen einzigen Satz ab - doch in der Runder der letzten Acht dann der Schock:

Nach verlorenem ersten Satz musste Djokovic gegen den Tschechen Tomas Berdych beim Stand von 6:7, 0:2 aufgeben. Wieder der Ellenbogen - wie seit eineinhalb Jahren beinahe durchgängig.

"Kein gutes Zeichen"

Jetzt könnte dem 30-Jährigen eine lange Zwangspause drohen. Denn die Beschwerden an seinem rechten Schlagarm sind chronisch.


"Niemand hat bislang eine Lösung finden können, wie mit der Verletzung umgegangen werden soll. Die einen sagen dies, die anderen das. Aber geholfen hat nichts. Je mehr ich gespielt habe, desto schlimmer wurde es", beschrieb Djokovic auf der Pressekonferenz nach seiner Aufgabe die betrübliche Situation, "und so sehr wie jetzt hat es noch nie weh getan. Das ist kein gutes Zeichen."

Eine Diagnose wollte der Serbe nicht geben - oder kann es womöglich auch gar nicht. In jedem Fall wird er nun länger aussetzen müssen, auch eine Operation steht im Raum. "Die Ärzte haben mir verschiedene Optionen aufgezeigt", verriet der geknickte Ex-Champion auf der PK.

Mitleid von Federer

Kollege Roger Federer, der mit einem Sieg über den Kanadier Milos Raonic ins Halbfinale von Wimbledon spazierte und dort nun auf Djokovic-Bezwinger Berdych treffen wird, zeigte Mitleid für seinen langjährigen Kontrahenten: "Novak hat so viel gespielt, er hat in all den Jahren nie gefehlt. Da war es fast schon zu erwarten, dass er irgendwann auch mal verletzt sein würde. Ich habe großen Respekt vor ihm und wünsche, dass er schnell wieder gesund wird."

Ob Federers Wünsche helfen, scheint indes fraglich. Denn Djokovic selbst geht offenbar von einer Pause bis zu einem halben Jahr aus.