DJ Ötzi: Auf dem Jakobsweg hat er sich mit seinen Eltern versöhnt

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Früher war DJ Ötzi ein Pflegekind, heute ist er ein Superstar. Auf dem Jakobsweg hat er sich nun mit seiner schwierigen Vergangenheit auseinandergesetzt.

"Endlich habe ich etwas nur für mich gemacht", sagt DJ Ötzi (46, "A Mann für Amore") nach seiner Rückkehr vom Jakobsweg im Gespräch mit der Zeitschrift "Bunte". 240 Kilometer ist er in 16 Tagen gemeinsam mit seiner Cousine Bettina (36) gepilgert. Für Gerry Friedle, so sein bürgerlicher Name, war es auch ein Trip, um alte Wunden zu heilen. Ob ihm das gelungen ist, wisse er noch nicht. "In meinem Leben war einfach zu viel Schlimmes passiert. Ich wuchs bei Pflegeeltern auf, später bei meinen Großeltern. Meine Erzeuger hatten nie Interesse an mir. Ich hatte Krebs, Epilepsie, lebte auf der Straße..."

Wenn DJ Ötzi an seine Jugend zurückdenkt, ist das für ihn ein "Albtraum". Er habe sich stets "als Schattenkind" gefühlt. "Ich hatte kein Selbstvertrauen, war schwermütig und misstrauisch", so der Tiroler. Durch den Jakobsweg sei er aber nun "ein Sonnenkind" geworden. "Mit jedem Schritt konnte ich Ballast abwerfen". Er habe sich sogar "innerlich mit meinen leiblichen Eltern, die ich ja nur flüchtig kenne, versöhnt". Mit seiner leiblichen Mutter wolle er sich sogar "demnächst zu einer Aussprache treffen. Darauf freue ich mich sogar", erklärt DJ Ötzi in "Bunte".

"Zum ersten Mal richtig stolz auf mich"

Auf dem kilometerlangen Marsch sei "zentnerweise Seelenmüll" von ihm abgefallen, aber auch körperlich haben sich die Strapazen bezahlt gemacht. "Fünf Kilo habe ich abgenommen." Aber DJ Ötzi muss auch zugeben: "Der Weg war schon anstrengend für mich." Für ein Training habe ihm aufgrund seiner vorherigen Tour die Zeit gefehlt. "Allein mein Rucksack wog neun Kilo", berichtet der Schlagerstar.

Trotzdem ist er froh, die Tortur auf sich genommen zu haben. Schließlich hat er auch ganz pragmatische Erfahrungen gemacht: Zum ersten Mal in seinem Leben hat er seine "T-Shirts und Unterhosen selbst gewaschen", wie er sagt. "Rückblickend bin ich zum ersten Mal richtig stolz auf mich", außerdem sei er "erfüllt von tiefer Dankbarkeit".

Seine Frau Sonja (41) und seine Tochter (14) habe er während der Pilgerreise "in jeder Sekunde vermisst, aber ich könnte auch morgen direkt wieder loslaufen. Der Jakobsweg-Virus hat mich echt gepackt", so DJ Ötzi.

Foto(s): Universal Music