Studie: Anhänger von Volksparteien immer ähnlicher – AfD-Wähler bleiben Linie treu

Das DIW hat Partei-Anhängerschaften analysiert.

Grüne tragen Strickpullover aus selbstgeschorener Alpakawolle, FDP-Anhänger fahren im Porsche zum Wahllokal, sozialdemokratische Stammwähler löffeln im Blaumann Erbseneintopf in Fabrikkantinen, in linken Haushalten hängt Ernst Thälmann gerahmt überm Wohnzimmersofa, CSU-Wählerinnen kommen bereits im Dirndl zur Welt und AFD-Mitglieder fühlen sich im allgemeinen von der Welt schlecht behandelt, besonders von der ausländischen.

An Klischees herrscht wahrlich kein Mangel, wenn es darum geht, den Anhängern einzelner Parteien vermeintlich typische Merkmale zuzuschreiben. Handelt es sich dabei wirklich nur um Vorurteile? Oder steckt in jedem Zerrbild nicht mindestens ein Fünkchen Wahrheit?

Aufschluss bietet eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung  (DIW). Das Berliner Institut hat wirtschaftliche, soziale und demografische Merkmale der Anhängerschaften und deren Veränderungen seit der Jahrtausendwende analysiert. Mit überraschenden Ergebnissen.

Unions- und SPD-Wähler ähneln sich immer mehr

Der vielleicht auffälligste Befund betrifft die Volksparteien CDU/CSU und SPD: Ihre Anhänger ähneln einander immer stärker. Jeweils 85 Prozent der Wähler von Union und SPD lebten Mitte 2016 in den westlichen, je 15 Prozent in den östlichen Bundesländern. Sie sind ähnlich gut ausgebildet, arbeiten in den gleichen Branchen und erzielen entsprechende Einkommen. 90 Prozent der Unions- und 89 Prozent der SPD-Anhänger haben eine Berufsausbildung abgeschlossen oder ein Studium absolviert.

Das mittlere monatliche Haushaltsnettoeinkommen der   CDU/CSU-Wähler lag 2016 bei 3000 Euro, das eines SPD-Haushalts bei 2700 Euro. Jeweils rund ein Drittel der berufstätigen Anhängerschaften ist im öffentlichen Dienst tätig, 63 Prozent der Unions- und 68 Prozent der SPD-Wähler sind Angestellte, zu den Arbeitern zählen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung