DIW-Präsident: Schon viele Menschen in Notsituation

BERLIN (dpa-AFX) - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat wegen der Inflation weitere Entlastungen für Geringverdiener gefordert. "Wir haben schon für viele Menschen heute eine Notsituation. Nicht, weil es eine Knappheit gibt - sondern weil die Preise explodiert sind", sagte Fratzscher am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". "Und gerade Menschen mit geringen Einkommen müssen ja jetzt schon 150, 200 Euro mehr im Monat für Lebensmittel, für Energie - gerade für Gas auch - zahlen."

Vor dem Hintergrund der Debatte über eine drohende Gasknappheit sagte er: "Wir brauchen gar nicht erst warten auf das Problem. Wir haben schon jetzt eine Krise."

Die Politik tue noch nicht genug, um Menschen, die wirklich Hilfe benötigten, zu entlasten, kritisierte Fratzscher. Bei den bisherigen Entlastungspaketen seien "nicht wirklich die Menschen am unteren Ende gezielt entlastet" worden, sondern es sei nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen worden. "Menschen, die Hartz IV, die eine Grundrente erzielen, die haben keinen Schutzmachanismus", warnte der DIW-Präsident. "Die Menschen, die brauchen jetzt dringend Geld in die Tasche, denn die Situation wird nicht besser, sondern eher in den kommenden Monaten nochmal deutlich schlechter."

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