DIW-Chef mahnt in Türkei-Konflikt europäische Lösung an

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Im Konflikt mit der Türkei hat der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, die Bundesregierung vor einem nationalen Alleingang gewarnt. Der von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) angekündigte schärfere Kurs gegenüber Ankara sei richtig, um klar Eskalationsstufen aufzuzeigen und glaubwürdig zu bleiben. "Es sollte aber europäische Lösungen geben", sagte Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur. "Die Bundesregierung sollte auf Brüssel zugehen und auf eine gemeinsame Antwort drängen."

Aus Sicht des DIW-Chefs wären am Ende auch schärfere Schritte bis hin zu Sanktionen gegen die Türkei ein richtiger Weg. "Man kann nicht immer nur reden, sondern man muss auch zeigen, dass man handelt", sagte Fratzscher. "Man muss gewillt sein, genauso weit zu gehen wie mit den Handelssanktionen gegen Russland." Aber dies müsse auf europäischer Ebene erfolgen. "Sonst lassen sich die Europäer gegeneinander ausspielen." Deutschland sollte durchaus eine Vorreiterrolle übernehmen. Aber ein Alleingang würde eher schaden als nutzen: "Es geht auch darum zu zeigen: Europa kann handeln."