Dividendenperle Münchener Rück: 3 Dinge, die 2021 wichtig sind

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Millionär
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Die Aktie der Münchener Rückversicherung (WKN: 843002) ist über die vergangenen zwölf Monate um etwa 10 % auf aktuell 237 Euro (Stand: 22.12.2020) gefallen und zählt damit zu den schwächeren Werten im DAX. Aber der langsame Kursverfall der vergangenen Monate könnte die Aktie wieder interessant machen. Hier sind drei Dinge, die im kommenden Jahr wichtig sind.

1. Dividendenrendite: 4,1 %

Die Münchener Rück zahlt seit Jahrzehnten ununterbrochen eine Dividende an ihre Aktionäre. In diesem Jahr lag die Ausschüttung bei 9,80 Euro. Beim aktuellen Aktienkurs ergibt das eine Rendite von 4,1 %.

Der Blick in den Rückspiegel ist aber normalerweise wenig hilfreich, da viele Unternehmen ihre Dividenden unabhängig von der Gewinnentwicklung anheben. Das wird häufig damit begründet, dass die Aktionäre eine attraktive Rendite verlangen. Steigt die Dividende aber stärker als der Gewinn, ist eine Kürzung in der nahen Zukunft quasi schon vorprogrammiert. Damit ist also langfristig niemandem geholfen. Insbesondere, wenn das operative Geschäft darunter leidet, dass zu viel Kapital ausgezahlt wird.

Bei der Münchener Rück besteht dieses Risiko aktuell nicht. Die Höhe der Ausschüttung orientiert sich sehr diszipliniert an der Entwicklung des Eigenkapitals und des Gewinns je Aktie. In Jahren fallender Gewinne oder sogar Verlusten, wie sie bei Versicherungskonzernen hin und wieder vorkommen, weil beispielsweise Schäden aus einer Naturkatastrophe beglichen werden müssen, wird die Dividende stets auf Vorjahresniveau gehalten, um die Kapitalbasis nicht zu sehr zu strapazieren.

2. Niedriges KGV macht die Münchener Rück attraktiv

Da in den vergangenen Jahren viel Geld in den Versicherungssektor geflossen ist, sind die Preise stark unter Druck geraten. Das hat die Wachstumsmöglichkeiten der Münchener Rück eingeschränkt. Daher stagnieren die Einnahmen aus Versicherungsprämien seit Jahren bei etwa 50 Mrd. Euro. Da die Kapitaldecke in den meisten Jahren zudem oberhalb des eigenen Zielkorridors lag, wurden für viele Mrd. Euro eigene Aktien zurückgekauft. In den vergangenen zehn Jahren wurden insgesamt knapp 30 % der Aktien eingezogen.

Das hat dem Gewinn je Aktie auf die Sprünge geholfen und die Rückgänge aus den sinkenden Versicherungspreisen mehr als ausgeglichen. Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis je Aktie bei 18,97 Euro, was der höchste Wert seit mindestens 15 Jahren ist. Damit beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf dieser Basis nur 12. Würde der gesamte Gewinn ausgeschüttet werden, hätte man seinen Einsatz also nach nur zwölf Jahren vollständig zurückbekommen. (Zumindest, wenn man die Steuern nicht berücksichtigt.)

In den vergangenen Jahren wurde häufig der überwiegende Teil der Gewinne über die Dividende und auch die Aktienrückkäufe an die Aktionäre verteilt. 2021 wird das aber anders sein. Denn die Zeit niedriger Versicherungspreise hat scheinbar ein Ende!

3. Das Wachstum kehrt zurück

Aktuell sieht die Münchener Rück wieder steigende Preise für Versicherungen. Unter anderem aus diesem Grund wird der im Februar beschlossene Aktienrückkauf nicht durchgeführt. Bei steigenden Preisen macht es sehr viel mehr Sinn, das Kapital zum Wachsen zu verwenden.

In den kommenden Jahren ist deshalb damit zu rechnen, dass die Münchener Rück ihre Einnahmen und damit wohl auch die Gewinne wieder deutlicher steigern wird. Für die kommenden Jahre wurde ein Gewinnwachstum von mehr als 5 % in Aussicht gestellt. Das sollte dann auch dem Aktienkurs in naher Zukunft wieder auf die Sprünge helfen, da das KGV langsam dahinschmelzen wird.

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Dennis Zeipert besitzt Aktien der Münchener Rückversicherung. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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