Wie Dividendeninvestoren trotz Kürzungen Gewinn machen können

Motley Fool Investmentanalyst

Der Industrietitan General Electric (WKN:851144) hat kürzlich seine Dividende halbiert und damit seine zweite Dividendenkürzung seit der Finanzkrise vollzogen. Da die bisherige Dividende von General Electric trotz der langwierigen Umstrukturierungsbemühungen nicht gut gedeckt war, dürfte diese Kürzung für die Anleger wenig überraschend gewesen sein. Für die Einkommensinvestoren war das aber wahrscheinlich nicht besonders lustig.

Zunächst reduziert die Kürzung direkt die Dividendenerträge, die der Aktionär erhält. Zusätzlich – wie es bei General Electric der Fall war – bringen solche Kürzungen üblicherweise niedrigere Kurse mit sich.

Da Dividenden keine garantierten Zahlungen sind, stellen Kürzungen ein Risiko für die Anleger dar. Auch wenn wir Dividendenkürzungen nicht immer vermeiden können, können  wir versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben.

Erstens: Diversifizieren

Als das älteste Mitglied des Dow Jones Industrial Average und eines, das früher eine erstklassige AAA-Bonität besaß, ist General Electric kein kleines Unternehmen. Dass es so schlimm steht, dass das Unternehmen seine Dividende in 10 Jahren zweimal kürzen musste, sollte deutlich machen, dass jedes Unternehmen ein ähnliches Schicksal erleiden könnte. Folglich sollten wir, wenn wir nach Dividendenaktien suchen, sicherstellen, dass wir uns nicht auf ein Unternehmen oder einen Industriezweig allein verlassen.

Durch eine intelligente Diversifikation können wir das Risiko für unser Gesamtportfolio reduzieren. Es reicht nicht aus, blindlings zufällig Unternehmen zu kaufen; jedes einzelne sollte es wert sein, in deinem Portfolio zu sein. Indem wir nach lohnenden Unternehmen in verschiedenen Branchen suchen und nicht mehr als etwa 5 % unseres Portfolios einer Position zuweisen, können wir die Auswirkungen eines Unternehmens auf unser Einkommen oder Vermögen reduzieren.

Nächster Schritt: Nach potenziellem Wachstum suchen

Der Hauptvorteil von Dividenden gegenüber Zinszahlungen ist die Tatsache, dass Dividenden das Potenzial haben, mit der Zeit zu wachsen, da die Erträge der Unternehmen, die sie zahlen, ebenfalls wachsen. Eine steigende Dividende kann helfen, mit der Inflation Schritt zu halten. Darüber hinaus können steigende Dividenden in einem diversifizierten Portfolio Verluste an anderer Stelle wieder ausgleichen.

Doch nicht jedes Unternehmen, das Dividenden ausschüttet, wird sie erhöhen. Zwar gibt es keine Garantien, dass ein Unternehmen seine Dividende erhöhen wird, aber es gibt ein paar Anzeichen, nach denen wir Ausschau halten können, um unsere Chancen zu verbessern:

  • Vergangene Dividendenerhöhungen. Wenn ein Unternehmen seine Dividende in der Vergangenheit erhöht hat, stehen die Chancen gut, dass es dieses Muster beibehalten wird.
  • Angemessene Ausschüttungsquote. Ein Unternehmen kann nur dann weiterhin Dividenden ausschütten, wenn es über die entsprechende Zahlungsfähigkeit verfügt. Für die meisten Unternehmen ist eine Ausschüttungsquote von weniger als 70 % empfehlenswert, obwohl Partnerschaften und Real Estate Investment Trusts auch mehr auszahlen können.
  • Angemessene erwartete Ertragssteigerung. Da ein Unternehmen erst Geld verdienen muss, bevor es dieses als Dividende an seine Aktionäre ausschütten kann, kommt das einzige nachhaltige Dividendenwachstum aus dem Gewinnwachstum. Achte nicht nur auf eine positive Prognose des Gewinnwachstums, sondern auch auf die Treiber, die hinter dieser Prognose stehen, um sicherzustellen, dass sie realistisch sind.
  • Solide Bilanz. In schwierigen Zeiten werden Unternehmen mit schwachen Finanzen eher ihre Dividenden kürzen. Eine solide Bilanz kann einem Unternehmen dabei helfen, seine Auszahlung in vorübergehenden, schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten. Die Kombination aus einem Verschuldungsgrad von unter 2,0, einem Liquiditätsgrad von über 0,5 und ausreichenden Barmitteln zur Deckung des Tagesgeschäfts bildet in der Regel eine solide Grundlage.

Schließlich sollten wir uns nicht direkt auf Dividenden verlassen, um unsere Rechnungen zu bezahlen

So verlockend es auch sein mag, die Realität ist, dass man sich nicht auf Aktien verlassen sollten, wenn man das Geld innerhalb der nächsten fünf Jahre ausgeben muss. Stattdessen solltest du deine Dividenden als Teil des Geldes sehen, mit dem du dein Portfolio ausbalancierst.

Selbst wenn etwas Schreckliches passiert und dein Dividendeneinkommen erheblich sinkt, bist du so nicht direkt von diesen Dividenden abhängig, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dass wird die Auswirkungen der geringeren Dividende oder des Kursverlustes nicht ungeschehen machen, aber es wird dir Zeit geben, dich anzupassen und deinem Portfolio Zeit für die Erholung geben. Wenn es um erfolgreiches Investieren geht, ist ein langfristiger Zeithorizont das wichtigste, um Gewinnen zu erzielen — egal, was der Markt gerade macht.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Chuck Saletta auf Englisch verfasst und am 25.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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