Dividendenaristokrat ≠ Dividendenaristokrat

Ein Dividendenaristokrat ist nicht gleich dem anderen. Das kann ein Definitionsproblem sein. So mancher ETF definiert diese elitären Aktien mit einer Dividende zum Beispiel, wenn sie über zehn Jahre relativ beständig auszahlen. Wobei wir uns darum nicht kümmern wollen. Nur pro Forma: Es geht um diejenigen Aktien, die mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben.

Allerdings bin ich trotzdem der Meinung, dass ein Dividendenaristokrat nicht automatisch dem anderen ähnelt. Gute und weniger gute Aktien sind ebenfalls vorhanden. Das heißt: Man muss als Anleger selektiv sein.

Darum ähnelt ein Dividendenaristokrat selten dem anderen

Im Endeffekt ist das Kriterium eines Dividendenaristokraten eines: Oberflächlich. Es handelt sich um eine mehr oder weniger gesteuerte Entscheidung des Managements, eine starke Dividende an die Investoren auszuzahlen. Selbst ob sie leistbar ist, ist für dieses Merkmal sekundär. Es könnte Jahre geben, in denen sie aus der Substanz gezahlt wurde.

Das öffnet unseren Blick für das Wesentliche: Schon das Geschäftsmodell ist sehr, sehr unterschiedlich. Einige oder viele adelige Ausschütter besitzen zwar defensive Basics. Zum Beispiel aus der Lebensmittelindustrie, dem Bereich der Getränke, Immobilien, Hygiene, Konsumgüter oder Gesundheitswesen. Aber auch andere Dinge sind denkbar. Industrie, zwischenzeitlich sogar die Telekommunikation oder auch Outlet-Center in den USA. Wir sehen daher: Es gibt einen sehr breiten Korb, aus dem man die beste Qualität alleine operativ identifizieren sollte.

Dividendenaristokraten unterscheiden sich jedoch auch anhand anderer Kriterien. Alleine die Bewertung. Zwischen 1 und 5 % Dividendenrendite ist vieles möglich, in Extremsituationen auch mal mehr. Aber auch die Kurs-Gewinn-Verhältnisse divergieren teilweise stark. Das wiederum hängt mit der defensiven Klasse, dem Standing, Problemen oder einer klaren marktführenden Stellung ab. Oder auch vom Wachstum.

Selbst das Dividendenwachstum ist bei jedem Dividendenaristokraten unterschiedlich. Genormt ist lediglich eins: Ein sehr oberflächliches Kriterium, anhand dessen wir diese besonderen Aktien zu einer Gruppe machen. Wie gesagt, es geht dabei um eine mehr oder minder gesteuerte Entscheidung, eine Dividende konstant zu halten.

Sei selektiv und betrachte sie nicht so

Es kann gut sein, so manchen adeligen Ausschütter im Depot zu haben. Aber der springende Punkt ist: Ich würde selektiv vorgehen. Tatsächlich schaue ich nicht einmal mehr auf dieses Kriterium. Nein, sondern bewerte eine ausschüttende Aktie anhand ihres Unternehmens, dessen Qualität und anderer Vorzüge. So manches Mal läuft mir dabei noch ein Dividendenaristokrat vor die Flinte. Trotzdem: Sie sind allesamt unterschiedlich. Das ist gut so macht es erforderlich, dass wir bei jedem Namen sehr gründlich und isoliert hinsehen müssen.

Der Artikel Dividendenaristokrat ≠ Dividendenaristokrat ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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