Dividenden-Garant Astrazeneca: Top-Zulassung für zukünftigen Blockbuster

Michel Doepke
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Eine wichtige Zulassung konnte Astrazeneca zum Ende der letzten Woche noch vermelden: Das Immuntherapeutikum Imfinzi hat grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde FDA gegen eine spezielle Form von Lungenkrebs erhalten. Anleger quittieren die Nachricht lediglich mit einem kleinen Kursplus. Doch die Zulassung ist weitaus mehr wert, als auf den ersten Blick.

Denn mit der US-Genehmigung besetzt Astrazeneca eine lukrative Nische, da Imfinzi das bis dato einzige Präparat gegen nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im mittleren Stadium, der nicht operierbar und zu stark gestreut hat, zum Einsatz kommen kann. Die Konkurrenzmittel sind erst ab der Erkrankungsstufe IV genehmigt. Analysten rechnen mit Spitzenumsätzen von rund zwei Milliarden Dollar pro Jahr. Bislang gilt eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie als Standard-Behandlung. Lediglich 15 Prozent der Erkrankten lebt nach der Diagnose länger als fünf Jahre. Dies zeigt, wie groß der Bedarf nach neuen Therapieoptionen ist.

Wichtiger Erfolg nach MYSTIC-Flop

Zulassungs- und Studienerfolge hat der britisch-schwedische Pharma-Konzern bitter nötig. Im vergangenen Jahr musste Astrazeneca bereits mit Imfinzi eine herbe Niederlage einstecken, nachdem das Immuntherapeutikum in Kombination mit Tremelimumab nicht die gewünschten Ergebnisse lieferte. Umso wichtiger, dass das Mittel in anderen Indikationen zur Marktreife geführt wird. Imfinzi hat bereits zuletzt die Zulassung gegen Blasenkrebs erhalten.

Die neue Zulassung fliegt etwas unter dem Radar der Anleger und Analysten. Doch die Nische, die Astrazeneca nun mit Imfinzi besetzt, dürfte sich klar auszahlen. Die Konkurrenz in Form von Bristol-Myers, Roche und Merck & Co hinkt zeitlich hinterher. DER AKTIONÄR bleibt bullish für die Dividenden-Aktie und rät den Titel als konservative, langfristige Depotbeimischung ins Depot zu legen.