Dividende gekürzt: 3 Gründe, warum ich jetzt die Fielmann-Aktie kaufe!

Die Fielmann Niederlassung in der Luxemburger Innenstadt ist an einer Straßenkreuzung.
Die Fielmann Niederlassung in der Luxemburger Innenstadt ist an einer Straßenkreuzung.

Ja, die Fielmann-Aktie (WKN: 577220) hat die Dividende gekürzt. Der Vorstand traf die für Einkommensinvestoren folgenschwere Entscheidung. Anstatt 1,50 Euro je Aktie wie im Vorjahr auszuzahlen, soll es lediglich 0,75 Euro je Aktie geben. Ein klarer Dämpfer, keine Frage. Aber der Aktienkurs reagierte vergleichsweise moderat.

Für mich ist es die richtige Entscheidung. Dass Fielmann die Dividende kürzt, schafft nach Aussage des Managements Spielraum für nötige Investitionen. Aber verraten wir nicht zu viel. Ich kaufe jetzt jedenfalls bei der Optikerkette noch einmal nach und habe gleich drei gute Gründe für dich mitgebracht.

Fielmann-Aktie: Solide für Renditen bepreist

Die Fielmann-Aktie ist nach der Ankündigung der gekürzten Dividende nicht stark gefallen. Für mich zeigt das, dass der Markt grundsätzlich eher pessimistisch ist. Und einen solchen Schritt womöglich bereits eingepreist hat. Fair enough: Mit rein rechnerisch wohl ca. 1,25 Euro Gewinn je Aktie (auf Basis eines Ausschüttungsverhältnisses von 60 % bei 0,75 Euro Dividende) ist die Profitabilität in Zeiten der Corona-Krise, des Kriegs in der Ukraine und damit seit mehreren Jahren stark gesunken.

Allerdings ist gleichzeitig die Bewertung moderat bis günstig. Ich sehe den Gewinn je Aktie mittelfristig locker wieder auf 1,70 Euro je Aktie klettern, wodurch sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 20 ergäbe. 5 % Gewinnrendite können verlockend sein. Zumal es derzeit ca. 2 % Dividendenrendite geben dürfte, die ich auch als nachhaltig und langfristig orientiert als stabil werte.

Aber die Fielmann-Aktie kann für mein Bauchgefühl mehr. Mehr Wachstum, mehr Dividende, einen höheren Gewinn je Aktie. Gleichzeitig ist das Geschäftsmodell, das auf Optiker-Produkten und -Leistungen basiert, tendenziell zeitlos.

Investition gegenüber Dividende priorisiert

Natürlich hat auch das Ergebnis je Aktie einen Einfluss auf die Höhe der Dividende. Zumindest für mich. Aber das Management betont, dass man kurzfristig orientiert auch in neue Wachstumsfelder investieren möchte. Übersetzt bedeutet das: Die Dividende hat nicht die höchste Priorität, sondern das operative Geschäft.

Ein Fokus, der sinnvoll ist. Auch mit Blick auf die Gründerfamilie. Die Fielmanns halten noch immer über 50 % der ausstehenden Aktien, was zeigt: Wir sind als Investoren mit deren Schicksal verknüpft, wenn wir die Aktie kaufen. Was sich sehr fatalistisch anhört, bedeutet eigentlich bloß: Das Management hat aus eigenen finanziellen Interessen genügend Motivation, langfristig orientiert die beste Entscheidung zu treffen. Und sich selbst in Zukunft trotzdem hohe Dividenden aus dem operativen Erfolg zu bezahlen.

Kurzfristig mag die Fielmann-Aktie nicht perfekt in der Spur laufen. Die Entscheidung, das operative Geschäft gegenüber der Dividende zu priorisieren, ist für mich richtungsweisend. Aufgrund der Qualität des Geschäftsmodells und der führenden Marktposition im Bereich der Optiker sehe ich jedoch ein solides, langfristiges Renditepotenzial.

Fielmann-Aktie: Ein perfektes Setup

Zu guter Letzt möchte ich dir bei der Fielmann-Aktie noch eine Frage stellen: Was glaubst du, wie groß das Geschäft werden kann? Im Moment sind wir bei ca. 2 Mrd. Euro Außenumsatz. Können es eher 2,5 Mrd. Euro in den Märkten Europas werden? Oder womöglich 5 Mrd. Euro? Vielleicht sogar noch mehr? Wie gesagt: Das Managementteam investiert in mittel- bis langfristiges Wachstum.

Wenn ich all das und die eher geringe Marktkapitalisierung von 2,8 Mrd. Euro sehe, so glaube ich: Ein perfektes Setup mit weiterem Wachstum, langfristig wachsenden Gewinnen und dem defensiven Geschäftsmodell der Brillen sollte höher bewertet sein.

Ich kann es auch anders formulieren: Bei der Fielmann-Aktie sehe ich eine günstige, tendenziell eher kleine Bewertungslage. Selbst mit moderaten Zuwächsen und keinem perfekten Setup ist die Ausgangslage für höhere Aktienkurse in zehn Jahren deutlich wahrscheinlicher als für niedrigere.

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Vincent besitzt Aktien von Fielmann. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Fielmann.

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