Warum die Dividende von ExxonMobil nicht sicher ist

Motley Fool Investmentanalyst

Die ExxonMobil Corporation (WKN:852549) scheint einer der besten Dividendenwerte auf dem Markt zu sein. Das Unternehmen stellt eine Ware her, die in absehbarer Zeit nicht ersetzt werden kann und ist heute einer der größten Namen im Energiesektor.

Wenn wir jedoch einen Blick unter die Haube des Geschäfts von ExxonMobil werfen, wird das Bild schnell düster. Die Zukunft des Öls ist fraglich, das Unternehmen investiert nicht in die eigene Produktion, und die Ausschüttungsquote liegt schon auf einem beunruhigenden Niveau. Aus diesem Grund sollten sich die Investoren langfristig Sorgen um die Dividende von ExxonMobil machen.

Das schlechte Geschäft von ExxonMobil im Jahr 2017

Es ist schwer zu argumentieren, dass das Ölgeschäft ein langfristiges Wachstumsgeschäft ist. Die untenstehende Grafik zeigt, dass sowohl der Umsatz als auch das Nettoergebnis von ExxonMobil in den letzten fünf Jahren rückläufig waren – vor allem wegen des fallenden Ölpreises – und die Zukunft nicht viel besser aussieht.

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Elektrofahrzeuge (EVs) könnten für Millionen von Autofahrern zur Realität werden und die Autohersteller planen sie massenweise herzustellen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) waren Ende 2016 2 Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs. Die optimistische Sichtweise der IEA auf EVs zeigt, dass 2020 über 20 Millionen EVs und 2030 über 200 Millionen EVs auf der Straße unterwegs sein werden. Selbst die Bären schätzen, dass im Jahr 2030 fast 60 Millionen EVs unterwegs sein werden. Egal, wie man es betrachtet, EVs werden kommen und es werden deutlich mehr als 1,3 Milliarden Fahrzeuge sein.

Jedes Fahrzeug, das mit Batterien statt mit einem Verbrennungsmotor gebaut wird, ist ein Fahrzeug, das die Öl- und Benzinnachfrage senkt. Da der Preis des Öls an der Marge liegt (d. h., das letzte produzierte Barrel bestimmt den Preis), wird dies den Ölpreis, den Umsatz und das Ergebnis von ExxonMobil unter Druck setzen.

Der Untergang

Ein weiterer Schwachpunkt von ExxonMobil ist, dass das Unternehmen seit Jahren immer weniger investiert. Du kannst unten sehen, dass die Investitionsausgaben weniger als die Hälfte dessen betragen, was sie vor fünf Jahren waren, und ohne die Reduzierung der Ausgaben wäre der freie Cashflow unter Druck.

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Im Erdöl- und Erdgasgeschäft geht es darum, die Produktion durch neue Reserven zu ersetzen, was Investitionen erfordert. Das macht ExxonMobil im Moment nicht. Zwischen Ende 2015 und Ende 2016 sanken die nachgewiesenen Reserven um 19,3 % auf 19,97 Milliarden Barrel aufgrund von sinkenden Ölpreisen und dem Rückgang der Investitionen. Schließlich werden alte Ölquellen versiegen und ExxonMobil wird schrumpfen, nur weil es nicht in Projekte investiert, die in Zukunft Renditen erwirtschaften können.

Die Dividende hat jetzt schon Probleme

Ich habe einige Schwachstellen im Geschäft von ExxonMobil erwähnt, aber die Grafik unten zeigt, dass die Dividende bereits jetzt gefährdet ist. Unternehmen wollen in der Regel mehr freien Cashflow generieren, als sie an Dividenden ausschütten, und das hat ExxonMobil in den letzten drei Jahren nicht getan. Das Ergebnis ist, dass das Fremdkapital zur Finanzierung der Dividende verwendet wird, was das langfristige Risiko für die Anleger erhöht.

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Eine Kreditaufnahme, um die Dividende über Wasser zu halten, hätte eine vernünftige Idee sein können, wenn die Zukunft für ExxonMobil rosig ausgesehen hätte, aber das tut sie nicht. Fossile Brennstoffe werden durch erneuerbare Energien und EVs ersetzt, und daher ist die Dividenden langfristig in Gefahr.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 01.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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