Diversifikation ist wichtig, aber nicht immer ideal

Anlageideen und Aktientipps
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Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass Diversifikation für das erfolgreiche Investieren der meisten Anleger wichtig ist. Das Streuen des Risikos ist eine sehr wesentliche Komponente. Selbst ein Totalausfall wiegt nicht mehr so stark, wenn man bereits neun weitere, in etwa gleich positionierte Beteiligungen bei Aktien eingegangen ist.

Trotzdem gibt es Grenzen, was den Nutzen der Diversifikation angeht. Blicken wir heute auf zwei Szenarien, in denen sie auftreten. Foolishe Investoren wissen das richtig einzusetzen.

Diversifikation: Beim Thema ETF zweitrangig

ETF und Diversifikation gehören in gewisser Weise sehr eng zusammen. Es gilt für viele Investoren einen möglichst marktbreiten Ansatz zu wählen. Allerdings ist das die erste, sehr direkte Bedeutungsdimension dieses Themas. Daran wollen wir gewiss nicht rütteln.

Was jedoch sehr häufig nicht zu besseren Ergebnissen führt, ist, wenn man mehr als einen Indexfonds auswählt. Im Endeffekt zielen alle dieser Passivfonds mit einem Index-Schwerpunkt darauf ab, einen breiten Markt zu simulieren. Der springende Punkt ist: Es gab in der Vergangenheit häufig durchschnittliche Renditen zwischen 7 und 9 % pro Jahr. Je nach Index durchaus auch kleinere Unterschiede.

Diversifikation ist dabei nicht nur redundant. Nein, sondern womöglich sogar hinderlich. Wer sein Geld in mehrere Indexfonds und ETFs steckt, der erhält eine ähnliche Performance. Bloß, dass ein guter Index durch einen schwächeren ausgebremst wird. Besser ist daher, man belässt es bei einem sehr guten, breiten ETF, der einen guten Markt abbildet, und verlässt sich darauf, eine faire Kompromiss-Entscheidung getroffen zu haben, die eben den breiten Markt abdeckt.

Zu viele einzelne Aktien: Qualitätsproblem

Aber Diversifikation kann auch ein Problem sein, wenn man einzelne Aktien auswählt. Nicht nur, dass die Rendite auch hier leidet und starke Performer eben stärker gebremst werden. Ein Indexfonds kann auch dabei eine Alternative sein. Nein, sondern es geht eben auch um die Qualität und einen in etwa gleichwertigen Portfolio-Aufbau.

Wer zum Beispiel in 70 Dividendenaktien investiert, der sollte sich eine Frage stellen: Schaffe ich es wirklich, in 70 Unternehmen zu investieren, und in etwa gleich gute Unternehmen zu identifizieren? Oder gehe ich nicht Kompromisse ein, um einfach bloß eine maximale Breite und ein Streuen meines Dividenden-Depots zu erhalten? Ähnliche Fragen können wir bei Wachstumsaktien und eigentlich jedem Ansatz stellen.

Im Endeffekt ist Diversifikation ein gutes, hilfreiches Mittel. Aber es sollte eben nicht auf Kompromisse setzen, um Breite zu generieren. Konzentration auf starke Qualität kann auch bei einzelnen Aktien die Rendite erhöhen. Weiterer Pluspunkt: Weniger einzelne Aktien kann man als Investor auch besser verfolgen.

Der Artikel Diversifikation ist wichtig, aber nicht immer ideal ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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