Wie Mbappé selbst Sandro Wagner wahnsinnig machte

Maximilian Schwoch
·Lesedauer: 3 Min.
Wie Mbappé selbst Sandro Wagner wahnsinnig machte
Wie Mbappé selbst Sandro Wagner wahnsinnig machte

Sandro Wagner platzte mitten im Spiel der Kragen.

"Ich spreche über die Körperhaltung von (Kylian) Mbappé, die ist eine Frechheit in der zweiten Halbzeit. Das muss man einfach so sagen", wetterte der ehemalige Bundesliga-Profi und DAZN-Experte in der zweiten Hälfte des Halbfinalhinspiels von Paris Saint-Germain gegen Manchester City (1:2).

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Das Team von Mauricio Pochettino verspielte nach überragender erster Hälfte und einer 1:0-Führung durch Marquinhos in den zweiten 45 Minuten seine gute Ausgangsposition im Viertelfinalhinspiel gegen Manchester City und muss nun um den zweiten Finaleinzug in Folge bangen. (Service: Ergebnisse der Champions League)

Mbappé erstmals in CL ohne einen Torschuss

Es war vor allem die Art und Weise, wie sich die Franzosen in Hälfte zwei vom Team von Pep Guardiola die Butter vom Brot nehmen ließen. Die beiden Tore der Citizens durch Kevin De Bruyne und Riyad Mahrez entsprangen zwar mehr oder weniger dem Zufall. Dennoch: Die Zahlen, die Paris im zweiten Durchgang ablieferte, sind alarmierend.

Lediglich einmal schoss der Vorjahresfinalist nach dem Seitenwechsel in Richtung Tor von Ederson. So wenig Schüsse gab PSG in einer CL-Halbzeit zuletzt 2016 ab – damals ebenfalls gegen City. In der Schlussphase fiel PSG fast nur noch durch Frustaktionen auf. Idrissa Gana Gueye holte sich nach einem üblen Tritt gegen Ilkay Gündogan zu Recht die Rote Karte ab.

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Und Mbappé? Der stand auch auf dem Platz. Viel mehr aber auch nicht. Der Franzose, der im Viertelfinale gegen den FC Bayern München groß aufspielte und mit zwei Treffern maßgeblich am Halbfinaleinzug beteiligt war, war gegen die Citizens nahezu unsichtbar. Mbappé gab im gesamten Spiel keinen einzigen Torschuss ab – in seinem 45. Champions-League-Spiel blieb der Weltmeister laut Datenanbieter opta damit das erste Mal überhaupt ohne eigenen Abschluss.

Wagner kritisiert Mbappé: "Er ist eine Diva"

Dementsprechend hart ging die französische Presse mit PSG ins Gericht. "Neymar, Di María, Mbappé, eine Nacht der Frustration gegen City. Vor allem Mbappé enttäuschte die Erwartungen. Der Weltmeister war nie richtig bei der Sache, und die wenigen Bälle, die er an den Füßen hatte, wurden schlecht verarbeitet", schrieb L’Equipe. Le Figaro meinte: "Mbappé? Er ist nie aus der Falle herausgekommen."

Mbappé ist in dieser Saison eigentlich das Aushängeschild der Pariser Offensive, erzielte in 43 Pflichtspielen starke 37 Tore – über 20 mehr als der zweitbeste PSG-Stürmer. Und doch waren es gegen City Neymar und Angel Di María, die zumindest im ersten Durchgang offensive Akzente setzen.

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Auch das Defensivverhalten des Golden Boy von 2017 war ausbaufähig. "Er ist eine kleine Diva, wie er sich verhält. Es ist Manchester City, eines der besten Teams der Welt, da müssen elf Mann defensiv mitarbeiten, und das hat er fast gar nicht gemacht", kritisierte Wagner. Mbappé müsse als Weltmeister auch für junge Spieler ein Vorbild sein.

Mit dem Kopf schon bei Real?

PSG-Coach Pochettino monierte nach dem Spiel, es sei schwer zu verstehen, was da in der zweiten Halbzeit passiert sei. Damit spielte er sicher auch auf seinen Superstar an. Der 22-Jährige wirkte lethargisch, teilweise schon fast desinteressiert.

Ist er mit dem Kopf womöglich schon gar nicht mehr in Paris? Seit Wochen ranken sich Gerüchte um einen Wechsel zu Real Madrid, nach dem Viertelfinalhinspiel gegen die Bayern vermied Mbappé ein klares Bekenntnis zu PSG (Vertrag bis 2022).

Egal, wohin es Mbappé in Zukunft zieht. Mit so einer Leistung wie gegen Manchester City hat er sich mit Sicherheit keinen Gefallen getan.