Disney und Netflix hochgestuft, aber Sirius XM herabgestuft

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Jeden Tag stufen die Analysten an der Wall Street einige Aktien hoch,  andere herunter und beginnen mit der Berichterstattung von anderen. Aber wissen diese Analysten überhaupt, wovon sie reden? Heute nehmen wir drei hochkarätige Wall-Street-Picks und nehmen sie unter die Lupe….

Das neue Jahr begann mit einer Reihe von neuen Upgrades und Downgrades an der Wall Street — und heute Morgen stechen vor allem drei heraus: Upgrades von Walt Disney (WKN:855686) und Netflix (WKN:552484) und ein Downgrade von Sirius XM Radio (WKN:A1W8XE).

1. Zwei Rivalen – beide Gewinner

Du weißt vielleicht schon, dass Disney — dieser Titan der Unterhaltungsindustrie — plant, zwei neue Streaming-Dienste in den nächsten zwei Jahren zu starten. Zuerst kommt ein Vertriebskanal für Sportfans, die keinen Kabelanbieter abonnieren wollen. Später, im Jahr 2019, plant Disney, einen Kanal einzurichten, um familienfreundliche Sendungen aus seinem Cartoon-Imperium, Pixar, Marvel und Star Wars zu streamen.

Meine erste Reaktion auf diese Nachricht ist, dass Disney einige seiner wertvollsten Inhalte von Netflix nimmt. Nach eingehender Prüfung der Pläne von Disney kommen immer mehr Analysten zu dem Schluss, dass die neuen Streaming-Dienste von Disney nicht unbedingt mit Netflix konkurrieren müssen, sondern vielmehr „eine großartige Ergänzung zu Netflix sein könnten“. Wenn man sich die Möglichkeiten vor Augen hält, die sich aus dem Ende der Netzneutralität ergeben, besteht die Möglichkeit, dass Disney und Netflix – historisch starke Partner – sich dafür entscheiden könnten, ihre beiden Dienste in einem Angebot zu bündeln, bei dem die Verbraucher die Kanäle beider Anbieter gleichzeitig abonnieren könnten.

2. Das Abonnement

Abonnements sind hier wirklich der Schlüssel. Die Analysefirma Macquarie argumentiert, dass man bei Disney und Netflix besser in „Medienunternehmen mit Abonnement statt werbefinanziertem Content, mit skalierbarem Vertrieb und internationaler Präsenz“ investiert. Netflix ist der Marktführer in diesem Bereich, meint Macquarie. Disney könnte mit seinen eigenen Angeboten in Netflix‘ Fußstapfen treten.

Durch Übernahmen wie Pixar, Marvel und Star Wars (und bald auch Fox) konzentriert Disney einen Großteil des Contents und des geistigen Eigentums  an einem Ort. Disneys Filmangebote und die zahlreichen Vertriebskanäle des Unternehmens geben dem Unternehmen einen großen Vorteil, um sein geistiges Eigentum auf vielfältige Weise zu monetarisieren.

3. Content is King

Während Macquarie die Aktien von Disney und Netflix (von denen der Analyst sagt, dass sie bis zum Ende dieses Jahres 125 US-Dollar und 220 US-Dollar wert sein werden) hochstuft, macht JPMorgan, das Gegenteil bei Sirius XM Radio.

Ist Sirius XM nicht genauso ein Abonnement-Service für Autofahrer wie die Kanäle von Disney und Netflix für Fernsehzuschauer? Ja und nein. Der Unterscheid ist, dasss Disney und (zunehmend) Netflix die meisten Inhalte selbst entwickeln und besitzen, während Sirius Lizenzgebühren für alles bezahlen muss, was es für seine Abonnenten spielt.

Das könnte ein Problem für Sirius‘ Gewinne darstellen, warnt JPMorgan, denn am 15. Dezember hat das Copyright Royalty Board die Lizenzgebühr erhöht, die Sirius für die Musik zahlen muss, die es streamt. Beginnend in diesem Jahr werden 15,5 % der Einnahmen, die Sirius einnimmt, sofort in Form von Lizenzgebühren wieder ausgezahlt – das ist eine 40%ige Erhöhung gegenüber Sirius‘ Lizenzgebühren aus dem letzten Jahr. JP merkt an, dass dies logischerweise die Gewinnmargen bei Sirius schmälert, die Flexibilität behindert und auch die Wachstumsraten der Abonnenten beeinträchtigt.

Das Fazit für die Investoren

Da Abonnements in der Unterhaltungsbranche immer mehr an Bedeutung gewinnen, bevorzugen die Analysten Netflix vor allem wegen der prognostizierten jährlichen Gewinnwachstumsraten von 49 % in den nächsten fünf Jahren (nach Angaben von S&P Global Market Intelligence). Disney soll nur 8 % wachsen, aber je mehr seine Dienste anfangen, Netflix zu ähneln, desto besser könnte es laufen.

Im Gegensatz dazu ist Sirius immer noch für ein Wachstum von mehr als 18 % verantwortlich — aber diese Zahl könnte im Laufe der Zeit schrumpfen, da die Gewinnmargen durch Lizenzzahlungen gefährdet sind.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Netflix und Walt Disney.

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und wurde am 2.1.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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