Diskussion über vorzeitige Entlassung von Gewalttätern nach Anschlag von London

Spurensuche in der Grafschaft Staffordshire in Mittelengland. Nach dem Anschlag mit zwei Toten in London untersucht Scotland Yard, ob neben dem getöteten Attentäter Usman Khan andere Personen an der Tat beteiligt waren.

Inzwischen ist eine Diskussion über vorzeitige Haftentlassungen wie im Fall Khans entbrannt. Der 28-jährige, verurteilte Terrorist war routinemäßig vorzeitig freigekommen, was Premierminister Boris Johnson als Fehler bezeichnete.

Der britische Sicherheitsminister Brandon Lewis sagte: "Es ist eine sehr berechtigte Frage, denn der Premierminister hat in dem von Ihnen gerade gezeigten Clip zu Recht gesagt, dass wir uns fragen müssen: Verhängen wir die richtige Art von Strafen, ausreichend lange Strafen für die gewalttätigsten Kriminellen und sorgen wir dafür, dass die Polizei und unsere Behörden die Befugnisse haben, die sie brauchen? Wir werden das in sehr kurzer Zeit prüfen und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten." Sprengung der Fischhändler-Halle verhindert?

Berichten zufolge hatte Khan am Freitag zunächst gedroht, die ehemalige Halle der Fischhändler-Gilde in London in die Luft zu sprengen. Dort soll er begonnen haben, auf Menschen einzusstechen. Mehrere Augenzeugen verfolgten Khan dann bis auf die London Bridge, wo er erschossen wurde.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte: "Was uns betrifft, werden wir nicht zulassen, dass dieser Terrorist unsere Lebensweise stört. Wir werden nicht zulassen, dass er Weihnachten verdirbt. Wir werden nicht zulassen, dass er unser Geschäftsleben in London beeinflusst. Wir müssen sicherstellen, dass wir Vertrauen schaffen, Gleichmut zeigen. Wir sind widerstandsfähig. Wir werden nicht zulassen, dass dieser Terrorist oder jeder andere verhindert, dass wir unser Leben führen."

Der Bürgermeister stellte in Frage, ob die zuständigen Behörden ausreichend Mittel zur Verfügung hätten, um als gefährlich geltende Personen zu überwachen.

Usman Khan hatte offenbar einen Anschlag auf die Londoner Börse geplant, bevor er 2012 zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde. Im vergangenen Dezember kam er unter Bewährungsauflagen auf freien Fuß. Einem Zeitungsbericht zufolge trug Khan eine elektronische Fußfessel.