Diskus: Hartings Hoffen auf den großen Wurf

Beim Sportfest in Dessau entschuldigte Christoph Harting sich sogar bei den Zuschauern für seine schwache Leistung

Berlin.  Ist der Mann wirklich so cool, wie er sich immer gibt? Er verspüre keinen Druck, hat Christoph Harting erst vor Kurzem wieder betont. Nicht mehr, seit er im vergangenen Jahr in Rio de Janeiro Diskus-Olympiasieger wurde. "Da ist der Knoten geplatzt", sagte er, "jetzt habe ich schönere, freiere Gefühle." Er wisse ja nun, dass er es könne, "es geht allein darum, diesen Zustand abzurufen". Das Dilemma des 27-Jährigen ist nur: Genau das will ihm zurzeit nicht gelingen.

Vier Anläufe und kein richtig gelungener Wurf

Am Sonnabendnachmittag wird Christoph Harting bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Erfurter Steigerwaldstadion in den Ring steigen. Es ist die letzte Chance des Berliners, sich sportlich für die Weltmeisterschaften vom 4. bis 13. August in London zu qualifizieren. Die WM-Norm liegt bei 65 Metern. Bei vier Sportfesten hat der Mann, der 2016 mit 68,37 Metern Olympia-Gold holte, in diesem Jahr bisher versucht, diese Marke zu übertreffen. Seine beste Leistung datiert vom 15. Juni beim Diamond-League-Meeting in Oslo und lautet 64,13 Meter. Eindeutig zu wenig. Vor allem für jemanden mit seinen Ansprüchen. Schließlich hatte Harting nach Rio verkündet, sein Ziel sei es, irgendwann einmal die 80 Meter in Angriff zu nehmen.

"Christoph ist nicht nervös", beschreibt Torsten Lönnfors, der Trainer des 2,07-Meter-Hünen, die Gemütslage seines Schützlings, "er ist motiviert und fokussiert." Die Form sei so weit okay, "die Physis ist gut, aber es fällt ihm schwer, das im Ring ...

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