Butterpreise auf Höchststand seit Start des Eurobargeldes

Butter kostet bei Aldi derzeit so viel wie noch nie seit der Euro-Einführung 2002. Foto: David-Wolfgang Ebener

Die Butterpreise klettern weiter, weil die Nachfrage seit Jahren steigt. Schon rechnet die Branche damit, dass Kunden auf andere Fette ausweichen könnten. Doch Milchbauern klagen immer noch über zu geringe Einkünfte.

Butter ist in Deutschland so teuer wie schon lange nicht mehr. Mit 1,99 Euro für das 250-Gramm-Paket ist der Butterpreis bei den Discountern Aldi Nord und Aldi Süd sowie Lidl derzeit nach Angaben des Milchindustrie-Verbands auf den höchsten Stand seit mindestens 50 Jahren geklettert.

Weiterer Anstieg ist wahrscheinlich

Sprecher von Aldi Nord und Lidl bestätigten den erneuten Preisanstieg zum September am Dienstag. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Beobachter erwarten bereits einen weiteren Preisanstieg noch vor Weihnachten.

Aldi Nord begründete den Preisanstieg mit aktuell steigenden Kosten beim Einkauf. Maßgeblich dafür sei auch die weltweite Nachfrage. Daher sehe sich das Unternehmen derzeit zu Preiserhöhungen gezwungen. An den Aldi-Preisen orientieren sich üblicherweise auch die Supermarkt-Riesen.

Erst Anfang Mai hatten Aldi Nord und Aldi Süd den Preis für ihre Billig-Butter um 10 Cent auf 1,29 Euro je 250 Gramm angehoben. Anfang Juni wurde bei den beiden Discountern die Butter um weitere 20 Cent teurer, Anfang Juli um 30 Cent auf zuletzt 1,79 Euro. Entsprechend waren etwa bei Aldi Nord auch die Preise für verschiedene Käseartikel und Buttermilch erhöht worden.

Fettknappheit trifft auf größere Nachfrage

Die Verknappung von Fett führe derzeit zu den «exorbitanten» Preissteigerungen, sagte Frank Maurer von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen. Hintergrund der deutlich gestiegenen Nachfrage sei auch ein Imagewandel der Butter, die vom Trend zu mehr Natürlichkeit profitiert habe.

Angesichts des derzeit hohen Preisniveaus könnten viele Verbraucher sowie Kunden aus der Lebensmittelindustrie nun verstärkt nach Alternativen suchen und etwa auf Pflanzenfette ausweichen, meinte Maurer. Zudem sei auch der Preisabstand zwischen Markenbutter und der Discounterbutter weiter geschrumpft, so dass die Nachfrage nach der teureren Markenbutter ansteigen könnte.

Beim Bundesverband der Milchviehhalter wies Sprecherin Jutta Weiß darauf hin, dass auch die derzeitigen Milchpreise von etwa 36 Cent je Liter im Bundesschnitt für viele Bauern nicht auskömmlich seien. «Bei den Milchbauern kommen die Preissteigerungen nicht an», beklagte sie. Notwendig sei ein Preisniveau von etwa 40 Cent. Zudem sei der Anteil des Fetts an der gesamten Milchproduktion relativ gering.

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