Dinner-Falle: FBI zahlt 25.000-Dollar-Restaurantrechnung für Mafia

Mafia-Boss Joseph Merlino verbrachte ab 2001 bereits zehn Jahre im Gefängnis. (Bild: AP Photo)

Die zentrale Sicherheitsbehörde der USA investierte mehrere Tausend Dollar Steuergelder, um hochrangige Mafia-Mitglieder in einen Hinterhalt zu locken.

Für die Verhaftung einiger hochrangiger Mafiosi griff das FBI 2014 tief in die Tasche: Die Behörde übernahm Rechnungen im Wert von umgerechnet über 20.000 Euro, um Beweismaterial zu sammeln. Das wurde nun im Rahmen eines Gerichtsverfahrens gegen den US-amerikanischen Mafia-Boss Joseph „Skinny Joey“ Merlino bekannt.

Wie der FBI-Ermittler William Inzerillo im Zeugenstand verriet, bezahlte die zentrale Sicherheitsbehörde im Dezember 2014 eine Weihnachtsfeier des kriminellen Clans im Restaurant Pasquale’s Rigoletto im New Yorker Stadtviertel Little Italy. „Wir haben das Geld zur Verfügung gestellt. Wir haben für die Feier gezahlt. Über 20 Leute haben teilgenommen, und wir haben die Kosten für sie alle übernommen“, erklärte Inzerillo laut „New York Post“ vor dem Bundesgericht in Manhattan.

Fast alle der Party-Besucher wurden 2016 in einer Großkampagne der Behörden gegen die Cosa Nostra festgenommen. Unter den Verhafteten waren neben Merlino auch die beiden hochrangigen Mafiosi Pasquale „Patsy“ Parrello, der Besitzer des Restaurants, und Eugene „Rooster“ O’Nofrio. Laut der Plattform „Gang Land News“, die regelmäßig über kriminelle Machenschaften der Mafia berichtet, war die Feier der einzige Anlass während der fünfjährigen Ermittlungen, bei dem die drei kooperierenden Großkriminellen zusammen waren.


Merlino wurde für die Zusammenkunft extra aus Florida eingeflogen. Der Ermittler William Inzerillo sagte aus, dass das Geld für alle Unkosten direkt an den V-Mann John Rubeo gegeben wurde. „Wir haben Rubeo 5000 Dollar für den Flug und Transport von Merlino und seiner Frau gegeben. Wir haben 20.000 Dollar für die Feier bezahlt, etwa 1000 Dollar im Voraus“, erklärte er vor Gericht.

Das FBI habe zwar nicht zahlen wollen, jedoch sei es unvermeidbar gewesen. „Er sagte immer, dass er pleite sei“, erwiderte der Ermittler auf die Frage, warum V-Mann Rubeo eine so große Menge an Steuergeldern für das Austragen der Veranstaltung erhielt. Der 42-jährige Kriminelle hatte begonnen, mit der Polizei zu arbeiten, um einer langen Haftstrafe wegen Drogenhandels und anderer Delikte zu entgehen.

Einer der drei infolge der Feier verhafteten Mafiabosse wurde bereits verurteilt: Der 73-jährige Restaurantbesitzer Pasquale „Patsy“ Parrello sitzt seit 2017 eine siebenjährige Haftstrafe ab.