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DIHK warnt vor schleichender Produktionsverlagerung ins Ausland

BERLIN (dpa-AFX) -Die Deutsche Industrie- und Handelskammer warnt vor einer schleichenden Produktionsverlagerung ins Ausland. Aus Kostengründen würden deutsche Firmen zunehmend im Ausland statt im Inland investieren, sagte Außenwirtschaftschef Volker Treier am Mittwoch in Berlin. Es gebe bei den Energiepreisen ein erhebliches Kostengefälle zu Ungunsten Deutschlands im Vergleich etwa zu den USA. Daher komme es zu einer schleichenden Produktionsverlagerung.

Konjunkturell sind auch die Aussichten deutscher Firmen, die im Ausland aktiv sind, eher mager. Zwar blicken die Unternehmen an ihren internationalen Standorten laut DIHK positiver in die Zukunft als noch im Herbst 2022, aber mit sehr gedämpftem Optimismus. "Statt eines kraftvollen Aufschwungs, der nach drei weltweiten Krisenjahren zu erwarten gewesen wäre, weht nur ein laues konjunkturelles Lüftchen", so die DIHK unter Verweis auf eine Umfrage unter 5100 Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern.

Vor diesem Hintergrund verringerte die DIHK ihre Exportprognose für das laufende Jahr. Erwartet wird nun nur noch ein Zuwachs von 1 Prozent statt zuvor 2,5 Prozent - obwohl sich etwa Lieferengpässe zunehmend aufgelöst hätten.

Als Gründe für die insgesamt nur gedämpfte Zuversicht der Firmen nannte die DIHK strukturelle Herausforderungen wie geopolitische Unsicherheiten und einem durch steigende Zinsen schwierigen finanziellen Umfeld. Dazu komme der Fachkräftemangel.

In China beeinflusse die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Ende der Null-Covid-Politik die Stimmung der dort aktiven deutschen Firmen noch negativ. In den USA erwarteten die Unternehmen überwiegend eine positive Wirtschaftsentwicklung. Die DIHK hatte bereits mitgeteilt, in den USA gebe es eine starke Investitionsdynamik deutscher Firmen.

Hintergrund ist ein milliardenschweres US-Subventionsprogramm. Beim sogenannten Inflation Reduction Act in den USA sind viele Subventionen und Steuergutschriften daran geknüpft, dass profitierende Unternehmen US-Produkte verwenden oder selbst in den USA produzieren. Wirtschaftsverbände und die Politik haben bereits Befürchtungen geäußert, dass Firmen nun eher in den USA als in Europa und Deutschland investieren.