Digitales Bargeld: Auf den Bahamas gibt es jetzt den "Sand-Dollar" - in Europa wird der digitale Euro erst 2026 kommen

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Korallenriffe und Traumstrände: Die Bahamas gelten als Urlaubsparadies. Bekannt sind sie aber auch als Finanzzentrum. So verwundert diese Meldung nicht: Die Inselgruppe ist das erste Land der Welt, das digitales Bargeld bekommt. Den sogenannten "Sand-Dollar" hat die Zentralbank der Bahamas im Oktober letzten Jahres eingeführt und bewirbt ihn als inklusiv, bequem und sicher. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Der Inselstaat im Atlantik ist damit weit schneller als Europa. Hier hat die EZB angekündigt, dass 2026 der "digitale Euro" kommen soll. Andere Länder experimentieren schon seit Jahren schon mit digitalem Bargeld: Kambodscha mit dem "Bakong", Uruguay mit dem "E-Peso", China mit dem "Digital Yuan" - und sogar Schweden mit der "E-Krona".

"Jede Wirtschaft hat ihre eigene Motivation für die Einführung einer digitalen Währung", erklärte die EZB dazu auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung. "Wenn wir ein Projekt starten, um den digitalen Euro zu prüfen und zu entwickeln, wollen wir es richtig machen, damit die Bedürfnisse der Europäer befriedigt werden."

Inzwischen ist ein weiterer Kleinstaat nachgezogen und hat seine digitale Währung in Umlauf gebracht: die Ostkaribische Zentralbank mit "DCash".

Die EZB bastelt derweil an einem Konzept, das allen 19 Euro-Staaten zusagen soll. Viele Europäer befürchten, dass mit dem digitalen Euro das klassische Bargeld eines Tages abgeschafft wird. Dem widerspricht die EZB regelmäßig: Das digitale Bargeld sei "nur" als eine Ergänzung vorgesehen.

Einen Unterschied zu Europa gibt es in Schwellenländern, zu denen die Bahamas zählen, allerdings: Viele Menschen haben kein Bankkonto und damit einen erschwerten Zugang zu Bargeld. Daher nennt die Zentralbank der Bahamas als Hauptgrund für die schnelle Einführung des Sand-Dollars den "Zugang zu Zahlungssystemen für Bürger jeden Alters und Status". Der Ausbau der digitalen Zahlungsvorgänge soll zugleich den Kampf gegen Finanzkriminalität unterstützen. Die Bahamas sind seit jeher beliebt bei Steuerhinterziehern und Geldwäschern.

Dennoch wird die Eurozone sich beeilen müssen. Inzwischen arbeiten mehr als 80 Zentralbanken an der Entwicklung einer digitalen Währung. Für die Eurozone geht es auch um globale Machtpolitik: "Wir sehen, dass die Menschen mehr und mehr online einkaufen und dass sie mit wachsender Häufigkeit digitale Zahlungsmethoden verwenden", sagt EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

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