Digitaler Auskunftsdienst Quora in Deutschland gestartet

"Wie strikt ist die Trennung zwischen Staat und Religion in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern?" - "Was ist der Unterschied zwischen Sozialpsychologie und klinischer Psychologie?" - Auf solche eher komplizierte Fragen soll der Online-Auskunftsdienst Quora den Nutzern Antworten geben, und zwar geliefert von Experten. Nach einer Testphase startete am Dienstag die deutsche Version der in den USA gegründeten Plattform.

Quora sei ein "Ort, um Wissen zu teilen und die Welt besser zu verstehen", sagte Unternehmensgründer Adam D'Angelo vor Journalisten in Berlin. Ein großer Teil des Wissens, das für viele Menschen nützlich wäre, sei im Internet nicht frei verfügbar - daher sei Quora 2009 gegründet worden.

In den USA wird die Plattform nach eigenen Angaben von 200 Millionen Nutzern pro Monat besucht, viele davon kommen demnach aus anderen Ländern. In Italien ist Quora seit Oktober 2016 online, im ersten Halbjahr 2017 kamen die französische und die spanische Version hinzu. Ziel sei, Quora in allen Sprachen anzubieten, sagte D'Angelo. Übersetzungen von Fragen und Antworten aus anderen Sprachen sind nicht vorgesehen.

D'Angelo betonte den Anspruch von Quora auf "Qualität": Als unzureichend betrachtete Antworten werden gelöscht, die anderen, bewertet von den Nutzern, bleiben. Wer eine Frage hat oder als Experte antworten möchte, kann dies nur unter seinem echten Namen. Die Qualität der Antworten misst sich laut Unternehmen auch anhand der Rückmeldungen der Nutzer.

Zu den Experten, die auf englisch Fragen "inspirierend" beantworteten, gehören laut Quora die US-Politikerin Hillary Clinton, der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis oder Facebook-Managerin Sheryl Sandberg. Auf deutsch antworten etwa Rechtsanwälte, Psychologen oder Unternehmensgründer.