Dieses Grusel-Hotel war die Inspiration für den Schwarzwald-Tatort

Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts, hört merkwürdige Geräusche im Hotel. (Bild: SWR/Martin Furch)

Der neue Tatort aus Ludwigshafen spielt diesmal im Schwarzwald. Vorbild für die Kulisse war das verlassene Hotel Waldlust, das in den 1930er Jahren von Herrschern und Promis frequentiert wurde. Heute soll es in der einstigen Nobel-Absteige spuken.

Ein menschenleeres Hotel in verschneiten Bergen? Bei diesem Bild denken sicher viele Film- und Horrorfans an Stephen Kings „The Shining“. Die Geschichte spielt im fiktiven Overlook-Hotel im US-Bundesstaat Colorado. Daher dürften auch die Tatort-Macher ihre Inspiration für den aktuellen Tatort um Kommissarin Odenthal geliehen haben.

Im Ludwigshafener Tatort begeben sich die Ermittler in ein Motivationsseminar, das im “Lorenzhof”, einem Hotel im Schwarzwald abgehalten wird.

Als Vorbild dafür diente das verlassene, aber nicht leerstehende Schlosshotel Waldlust in Freudenstadt. Seit 2005 wird das Hotel nicht mehr betrieben. Touristen fühlen sich von der gespenstischen Location aber weiter angezogen.

Das Grandhotel wurde 1902 geöffnet und diente Königen, Filmstars und Magnaten als vorübergehende Bleibe. Schwedens König Gustav V. nächtigte hier, genauso wie die Stummfilm-Stars Douglas Fairbanks und Mary Pickford.

Das Interior zeugt noch heute von der einst großen Ära: Samtbezogene Sofas, Ohrensessel und schweres Mobiliar finden sich in den Räumlichkeiten. Böden, Teppiche, Tapeten und Decken sind jedoch an den meisten Stellen bereits großflächig beschädigt. An vielen Stellen macht sich Schimmel breit.

Mehr noch als die verblichene Einrichtung aber verstört eine andere Sache: Etliche Bedienstete und Gäste des Hotels haben immer wieder von seltsamen Geschehnissen berichtet. Kälteschauer, Modergeruch, wackelnde Gläser und quietschende Türen. Geräusche von Personen, die gar nicht da sind. Zudem existiert die Legende, wonach die einstige Hotelchefin Adele B. im Jahr 1949 hier gewaltsam ums Leben gekommen sei und seither als unerlöste Seele durch die Zimmer spuken soll.

Forscher des Institus für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg haben sich deshalb nach der vollständigen Schließung des Hotels im Jahr 2005 in dem Haus umgesehen. Gefunden haben die Parapsychologen aber nichts. Sie sprechen von „Wahrnehmungstäuschungen“, die auf die Hauselektrik zurückzuführen seien. Dennoch könnte es parapsychologische Phänomene gegeben haben, sagten die Wissenschaftler laut dem Reiseportal „Travelbook“.

Schon vor dem aktuellen Tatort diente das Hotel als Filmkulisse. Der Horrorfilm „Bela Kiss – Prologue“, der 2013 in die Kinos kam, wurde ebenfalls im Schlosshotel Waldlust gedreht.

Heute nutzen vor allem Hobbyfotografen das verlassene Grandhotel für ihre Arbeiten. Einfach so betreten kann man das sagenumwobene Haus aber nicht. Der Denkmalverein Freudenstadt organisiert hin und wieder Touren durch das Hotel. Anmeldungen erfolgen über die Webseite denkmalfreunde.de, wo auch die Termine für die nächsten Begehungen aufgelistet sind. 30 Euro Denkmalerhaltungsbeitrag kostet das Vergnügen.