Dieses Foto erklärt Demenz

Was sich hinter diesem Bild verbirgt, ist unendlich traurig (Bild: Facebook)

Was Demenz ist, wissen die meisten, aber wie sie sich anfühlt und was sie mit den Betroffenen macht, können sich Außenstehende nur schwer vorstellen. Umso faszinierender ist das Foto, das die Tochter einer dementen Frau jetzt postete, um den Zustand ihrer Mutter in einem einzigen Bild darzustellen.

Völlig zerfetzt sieht das gestrickte Stück aus zartrosa Wolle aus, von dem man nicht erkennen kann, was es hätte werden sollen. Die Ränder unregelmäßig und ausgefranst, durchzogen von zentimetergroßen Löchern, an mehreren Stellen hängt der Faden lose heraus.

Man könnte denken, eine Katze hätte es zwischen die Krallen bekommen, doch tatsächlich ist die Strickerei genau so, wie sie eben gestrickt wurde. Nur eben von einer älteren Dame mit Demenz. Deren Tochter Sandi Wicks postete ein Foto davon auf der Facebook-Seite “Love What Matters”, wo es innerhalb kurzer Zeit fast 5.000 Mal geteilt wurde.

So arbeitet das Gehirn eines Demenzkranken

88 Jahre sei ihre Mutter, schreibt die Tochter, und jahrelang hätte sie begeistert gestrickt. “In letzter Zeit hat die Demenz viele Hirnregionen beeinträchtigt, inklusive ihre Fähigkeit zu stricken. Sie ist immer noch sehr zufrieden, wenn sie mit ihrer Wolle und ihren Nadeln hantiert, aber das Ergebnis ist anders, was sie anscheinend nicht sieht.“

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Was sie mit dem Foto zeigen will, erklärt Sandi Wicks so: “Es erinnert mich daran, dass ihr Gehirn jetzt so funktioniert und dass sie tatsächlich nicht mehr normal und rational denken kann.“ Vielleicht könne sie so dazu beitragen, Angehörigen die Krankheit begreiflicher zu machen.

Wunderschön und rührend

Die Kommentare der User könnten kaum mitfühlender sein: “Wie wunderschön … ihr Herz und ihre Seele stecken in dieser wundervollen Arbeit … bewahre es für immer auf“, schreibt eine Userin dazu. Eine andere erinnert der Post an ihre eigene Mutter: “Meine Mama hat lange versucht, ihre Hobbys weiter auszuüben und es hat mir das Herz gebrochen. Es ist so hart, dabei zuzusehen, wie sich eine geliebte Person so sehr verändert.“

Schön auch die Parallele, die ein weiterer User zieht: “Es ist eine Erinnerung daran, unseren Eltern im Alter mit Geduld und Respekt zu begegnen. Unsere Eltern waren begeistert und haben unsere Kunstwerke geliebt, als wir Kinder waren. Jetzt sind wir dran, ihre Leistungen zu würdigen.“

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