Diesen Moment wird Kimmich nie vergessen

Joshua Kimmich erinnert sich an sein Karriere-Highlight - und einen ganz besonderen Moment nach dem Abpfiff.

Das Champions League-Viertelfinale gegen Barcelona war für Joshua Kimmich unvergesslich. (Bild: Manu Fernandez/Pool via REUTERS)
Das Champions League-Viertelfinale gegen Barcelona war für Joshua Kimmich unvergesslich. (Bild: Manu Fernandez/Pool via REUTERS)

Joshua Kimmich hat in einem Gastbeitrag für The Players‘ Tribune von seinem Karriere-Tiefpunkt berichtet - der Bayern-Star ging aber auch auf sein „absolutes Highlight“ ein.

„Der Gewinn der Champions League war schon seit Ewigkeiten einer meiner größten Träume. Als Kind sehnt man sich danach, ähnlich wie nach dem WM-Titel“, sagte Kimmich und erklärte, dass es „nicht normal sei, dass die Münchner jedes Jahr neue Trophäen gewinnen“.

Das gelte insbesondere für ein Jahr wie 2020, in dem die Münchner sechs Titel holten. „Das war herausragend, absolut einmalig“, schwärmte der gebürtige Schwabe.

Kimmich über Barca-Coup: „Das war der Wahnsinn“

Und weiter: „Wenn man wirklich verstehen will, worum es bei Bayern geht, warum der Klub so viele Trophäen gesammelt hat und jedes Jahr wieder von Neuem bis in die Haarspitzen motiviert ist, kann ich diese Mentalität in einem einzigen Satz zusammenfassen. Er mag simpel klingen, aber ehrlich gesagt ist es die wichtigste Lektion, die ich seit meiner Ankunft in München vor sieben Jahren gelernt habe: Im Fußball gibt es nur zwei Spiele, die wirklich wichtig sind: das letzte und das nächste!“

Beim 8:2-Erfolg gegen den FC Barcelona beim Finalturnier in Lissabon aufgrund der Coronapandemie waren viele Bayern-Spieler vom hohen Ergebnis überrascht, so Kimmich. „Das war der Wahnsinn. In der Halbzeit kamen wir mit einer 4:1-Führung in die Kabine zurück. Wir sahen uns alle nur an und dachten: „Das ist verrückt. Was ist denn hier los?“ Wir konnten es nicht fassen. In der zweiten Halbzeit sind wir dann rausgegangen und haben vier weitere Tore geschossen. Verrückt!“

Kimmich: „Thomas Müller packte mich am Kopf“

Er wisse noch, „wie ich nach der Partie dachte: ‚Okay, das war‘s. Jetzt kann uns niemand mehr aufhalten.‘ Die Mentalität des gesamten Teams, dieses unglaubliche Vertrauen in uns selbst und in unsere Mitspieler – ich wusste, dass wir das Ding nach Hause holen würden. All das, was uns mit der DFB-Elf bei der WM 2018 fehlte, hatten wir zwei Jahre später beim FC Bayern.“

Im Finale folgte ein 1:0 gegen Paris-Saint Germain. „Als der Schiedsrichter schließlich abpfiff, war ich sehr überrascht. Ich war noch so angespannt, dass ich gar nicht merkte, dass es vorbei war. Plötzlich sah ich, wie alle um mich herumliefen, und ich stand still da, mitten im Geschehen“, erinnert sich Kimmich: „Ich glaube, Thomas Müller muss gemerkt haben, dass ich es immer noch nicht kapiert habe, denn er kam rüber, packte mich am Kopf und schrie: ‚WIR HABEN ES GESCHAFFT! WIR HABEN ES GESCHAFFT!‘ Typisch Thomas, oder?“

Geschafft. Der Junge aus Bösingen und der Junge aus Weissach, Serge Gnabry und Joshua Kimmich nach dem Finalsieg 2020 in Lissabon. (Bild: Manu Fernandez/Pool via Getty Images)
Geschafft. Der Junge aus Bösingen und der Junge aus Weissach, Serge Gnabry und Joshua Kimmich nach dem Finalsieg 2020 in Lissabon. (Bild: Manu Fernandez/Pool via Getty Images)

Kimmich weiter: „Aber im Ernst, erst als er mich schüttelte, wurde mir klar: Oh mein Gott - wir haben es wirklich geschafft.“

Diesen Moment wird Kimmich nie vergessen

Einen weiteren emotionalen Moment nach dem Champions-League-Triumph gegen Paris Saint-Germain wird Kimmich auch nie in seinem Leben vergessen, wie er verriet: Serge Gnabry und der 27-Jährige lagen auf dem Rasen des leeren Stadions in Lissabon, genossen den Augenblick und schauten in den Abendhimmel.

„Es gab keine Fans, also war dieser Moment nur für uns da. Der Junge aus Bösingen und der Junge aus Weissach lagen einfach nur da und sinnierten darüber, wie sie 13 Jahre zuvor, als beide in Stuttgart waren, über diesen Moment gesprochen hatten“, erzählte Kimmich: „Wie wir uns den Traum all die Jahre vor Augen gehalten hatten, wie er immer größer wurde und wir ihm näher kamen, bis er schließlich für uns beide wahr wurde, in derselben Mannschaft, am derselben Abend. Es war unfassbar.“

Ein Moment für die Ewigkeit.

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