An diesem Eis sollten Sie lieber nicht lecken

(Foto: Instagram/yongbin.zhou )

Sommer, Sonne, Eis am Stiel! Wie gerne sitzen wir am Strand mit einem leckeren Wassereis und genießen die Erfrischung. Doch was, wenn man plötzlich an Rasierklingen, Plastikverpackungen oder benutzten Tampons leckt?

Kunstprojekt soll Augen öffnen

Zugegeben: Das mit den benutzten Tampons war etwas überspitzt ausgedrückt. Ekel schießt einem bei dieser Vorstellung durch die Glieder. Doch genau dieses Ziel wollten drei taiwanesische Kunststudenten mit ihrem Projekt erreichen.


Hung I-chen, Guo Yi-hui und Cheng Yu-ti von der Nationalen Universität für Kunst Tawain sammelten Abwasserproben von 100 verschiedenen Orten in Taiwan und fertigten daraus Eis am Stiel an. Anschließend ummantelten sie es mit Kunstharz, damit das Eis dauerhaft seine Form behält.

Hört auf, das Wasser zu verschmutzen

Doch warum das Ganze? Sicherlich nicht zum Verzehr! “Diese Werke können lediglich betrachtet, nicht gegessen werden”, erklärte einer der Studenten dem Online-Magazin ‘Mashable’.

Vielmehr wollten die drei jungen Erwachsenen auf die schlechte Abwasserqualität ihres Landes aufmerksam machen. “Eis am Stiel besteht zu einem Großteil aus Wasser. Eine saubere Wasserquelle ist also sehr wichtig”, fügte Hung hinzu.

Kunst – oder Unsinn?

Als besonderen Clou kreierten die Studenten zu jedem Eis eine passende Verpackung, auf dem der Abfüllort und die Inhaltsstoffe vermerkt sind. Auf den Holzstäbchen ist “Zu 100 % aus Abwasser” zu lesen.

Unter dem Hashtag #PollutedWaterPopsicles sind die kunterbunten (Ekel)-Köstlichkeiten auch auf Instagram zu bewundern. Dabei wirken manche Eissorten auf den ersten Blick sogar ganz ansprechend – dank ihrer bunten Farbe und den edel designten Verpackungen. Doch wie viel Chemie muss wohl im Abwasser stecken, damit es rosa oder neongelb leuchtet?

Kunst, die wachrüttelt

Im Internet kommt das Projekt der drei jungen Studenten auf jeden Fall gut an: Ihre offizielle Facebookseite kann nach wenigen Wochen bereits über 30.000 Follower verbuchen.

Dabei bekommen sie Zuspruch aus aller Welt, wie etwa von einem Biologen aus Brasilien: “Eure Kunst ist verdammt geil”, kommentierte er, ein User aus Deutschland schrieb schlicht: “Genial”. Da ist man ja fast schon ein wenig neidisch, dass unser Abwasser so eine gute Qualität besitzt …

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