Dieselgipfel 2017: So viel bekommen Sie für Ihren alten Diesel

Schädliche Dieselmotoren sollen in einigen Jahren der Vergangenheit angehören. (Symbolbild: ddp Images/Sven Simon)


Beim ersten Dieselgipfel einigten sich Regierungs- und Industrievertreter auf Abwrackprämien für alte Diesel-Pkw sowie Software-Updates für neuere Modelle. Die Branche geht dabei von Kosten von mindestens einer Milliarde Euro aus. Die Angebote der Autobauer im Überblick. 

Deutschland hat ein Schadstoffproblem, und ein Grund dafür ist die große Anzahl an dieselbetriebenen Autos, die Unmengen an Stickoxiden ausstoßen. Fünf Millionen Diesel-Fahrzeuge müssen im Zuge des Abgas-Skandals deshalb umgerüstet werden. Dazu soll es aber auch Förderprämien für den Umstieg auf neue Modelle geben, die die Hersteller selber bezahlen. Darauf einigten sich Politiker und Autohersteller auf dem „Nationalen Forum Diesel“ am Mittwoch.

„Wir entscheiden in den kommenden Tagen, wie unsere Prämien aussehen werden“, sagte Volkswagen-Chef Matthias Müller dazu. BMW-Chef Harald Krüger kündigte eine modellabhängige Umweltprämie in Höhe von bis zu 2000 Euro beim Kauf eines Neuwagens von BMW oder Mini an. Die Aktion soll noch im August beginnen und bis zum Ende des Jahres andauern.

Ford kündigte derweil einen markenunabhängigen Umweltbonus für Modelle der Klasse Euro 1 bis 3 zwischen 2000 und 8000 Euro beim Kauf eines Neuwagens an. Toyota gewährt Kunden einen 4000-Euro-Bonus beim Erwerb der Hybridvarianten der Modelle Yaris, Auris, Auris Touring, RAV4 und C-HR. Ingesamt geht die Branche von Kosten von mindestens einer Milliarde Euro aus.

Die deutschen Autohersteller werden sich zudem an einem Bundesfonds für umweltfreundlichere Mobilität in Städten beteiligen. Der Bund selbst wird außerdem seine Förderung für die Umrüstung von Bussen und Taxis sowie für Radwege erhöhen.

Neuere Diesel-Pkws der Klasse Euro 5 und 6 sollen in Deutschland mit einer Software nachjustiert werden, die den Stickoxid-Ausstoß um jeweils 25 bis 30 Prozent reduzieren soll. Das Update und der dafür nötige Werkstattbesuch werden von den Herstellern bezahlt. „Allein die Software-Updates für die 5,3 Millionen Pkw werden rund eine halbe Milliarde Euro kosten“, erklärte Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann äußern sich zu den Ergebnissen des Dieselgipfels. (Bild: Maurizio Gambarini/dpa)Bisher werden laut „Welt“ in 28 deutschen Städten die Grenzwerte für Schadstoffausstöße nicht eingehalten, unter anderem, weil viele Diesel mehr giftige Stickoxide ausstoßen, als erlaubt. So halten sich etwa ausländische Hersteller nicht an die beschlossenen Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung.

Das angesetzte Ziel des Spitzentreffens, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten zu vermeiden, ist damit nicht garantiert. „Fahrverbote sind durch die Ergebnisse des Gipfels noch nicht ausgeschlossen“, betonte die Präsidentin des Deutschen Städtetages Eva Lohse in diesem Zusammenhang. „Falls die Grenzwerte weiter nicht eingehalten werden, ist zu befürchten, dass Gerichte für einzelne Städte Fahrverbote verlangen.“