Diese Zahlen sollten Siemens-Aktionäre jetzt kennen

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
www.siemens.com/presse

Siemens (WKN:723610) hat vor kurzem die Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 präsentiert. Mit den Zahlen selbst können die Aktionäre wohl zufrieden sein, auch wenn die guten Nachrichten von einer neuen Restrukturierungsrunde und dem damit einhergehendem Stellenabbau überschattet wurden.

Aber sehen wir uns die Zahlen einfach mal genauer an.

Gewinn je Aktie um 10 % gestiegen

Als eine der wichtigsten Kennzahlen schauen wir am besten erstmal auf den Gewinn je Aktie. Hier konnte eine Steigerung um 10 % erzielt werden, die genau im Zielkorridor für das Jahr lag. Vom Vorjahresergebnis von 6,74 Euro je Aktie ging es nun auf einen neuen Bestwert von 7,44 Euro bergauf. Der Umsatz konnte im gleichen Zeitraum um 3 % auf nun 83 Milliarden Euro gesteigert werden. Für die nächsten Jahre werden hier zudem weitere Anstiege vorhergesagt, aber dazu kommen wir später.

Einziger Schwachpunkt ist dabei allerdings der Energiebereich. Hier ist der Gewinn im letzten Quartal eingebrochen. Insbesondere der Bereich der großen Gasturbinen bereitet momentan Probleme, denn über die letzten fünf Jahre hat sich der Markt hierfür nach Zahl der neu installierten Turbinen halbiert. Für die nächsten Jahre rechnet Siemens mit weiter fallenden Zahlen, was den Gewinn in diesem Bereich weiter belasten dürfte.

Auftragseingang stabilisiert sich

In den letzten Quartalen hat aber insbesondere der fallende Auftragseingang auf den gesamten Konzern bezogen Sorgen bereitet, da dieser ein Indikator für das zukünftige Geschäft ist. Hier konnte man im vierten Geschäftsquartal aber Fortschritte melden. Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg das Volumen der neu gewonnenen Aufträge um 16 % auf 23,7 Milliarden Euro an. Im gesamten Geschäftsjahr ging der Wert damit lediglich um 1 % gegenüber dem Wert des vorangegangenen Geschäftsjahres zurück. Dennoch konnten Neuaufträge im Wert von 85,7 Milliarden Euro an Land gezogen werden.

Auch hier belastet aber die Schwäche des Bereiches Power and Gas. In diesem Geschäftsbereich ist das Ordervolumen im gesamten Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 % von 19,4 Milliarden Euro auf 13,4 Milliarden Euro eingebrochen.

Guter Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr

Von der insgesamt besseren Entwicklung der Aufträge dürfte nun auch die Prognose auf das nächste Geschäftsjahr profitiert haben. Denn hier werden durchaus solide Ergebnisse erwartet.

Das Ergebnis im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr hat von mehreren einmaligen Sonderfaktoren profitiert. Rechnet man diese heraus, ergibt sich laut Unternehmenspräsentation ein Gewinn je Aktie von 7,04 Euro. Für das laufende Geschäftsjahr wird nun ein Anstieg auf dieser bereinigten Basis auf einen Wert zwischen 7,20 und 7,70 Euro je Aktie erwartet. Das bedeutet also, dass der Gewinn je Aktie um bis zu 9 % steigen wird.

Wenn es um die Umsatzentwicklung geht, wird man allerdings weit weniger konkret. Hier erwartet man „leichtes“ Wachstum, wenn Wechselkurseffekte und der Umsatz von Siemens Healthineers, die im laufenden Geschäftsjahr an der Börse gelistet werden dürfte, herausgerechnet werden. Insgesamt zeigt die Prognose aber den Vorteil der großen Diversifizierung, so dass die Probleme eines einzelnen Geschäftsbereiches von anderen Bereichen ausgeglichen werden können.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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