Diese Umfrage deutet darauf hin, dass es noch Hoffnung für Snap gibt

Motley Fool Investmentanalyst

Fast allen Berichten zufolge verliert Snap (WKN:A2DLMS) das Rennen gegen Instagram und WhatsApp. Die Facebook (WKN:A1JWVX)-Plattformen machen es einfach besser als Snap.

In seinem schrecklichen Quartalsbericht für das dritte Quartal berichtete Snap von einem Umsatzwachstum, das deutlich unter den Erwartungen der Analysten lag, von Verlusten, die weitaus größer waren als vor einem Jahr, und von einer drastischen Verlangsamung des Nutzerwachstums. Das Unternehmen sagte, dass es 178 Millionen täglich aktive Nutzer erreichte, etwa 16 % mehr als vor einem Jahr. Das liegt deutlich unter der Wachstumsrate von 63 %, die es im vergangenen Jahr erreicht hat, und damit schnell rückläufig.

Schlimmer noch, Facebooks Instagram und WhatsApp haben in diesem Sommer die Schwelle von 250 Millionen aktiven Nutzern überschritten, allein für die Stories-Funktion, das innovative Tool von Snap, das entwickelt wurde, um Videos oder Fotos zu veröffentlichen, die nach 24 Stunden verschwinden. Tatsächlich hat Instagram mehr als eine halbe Milliarde aktive Nutzer pro Tag und WhatsApp mehr als eine Milliarde.

Bei solchen Zahlen sieht es so aus, als ob Snap im Niedergang wäre und von seinen Rivalen überwältigt wird. Aber der Schein könnte auch trügen. Es stellt sich heraus, dass Teenager immer noch sehr viel mehr auf Snapchat sind, als auf Instagram oder Facebook.

Resonanz bei den wichtigsten Nutzern

Piper Jaffray veröffentlichte kürzlich die Herbstausgabe ihrer Umfrage „Taking Stock of Teens“, einer halbjährlichen Umfrage unter 6.100 Jugendlichen mit einem Durchschnittsalter von 16 Jahren, die nach ihren Gewohnheiten im Bereich Social Media befragt wurden. Es stellte sich heraus, dass sie Snap mehr als jede andere Social-Media-Plattform bevorzugten.

Entsprechend der Umfrage sagten 47 % der Generation-Z.Teens, dass Snapchat ihre Lieblingsplattform wäre — eine Zunahme von 1.200 Basispunkten im Jahresvergleich — verglichen mit 24 % bei Instagram. Nur 9 % gaben an, dass Facebook als Nummer 1 eingestuft wurde.

Das ist ein gutes Vorzeichen für die Zukunft von Snap. Im Moment sieht das wie ein großes „wenn“ aus.

Eine Identitätskrise

Der erste Fehler war vielleicht, sich als Kamerafirma zu brandmarken, da alles, was es wirklich ist, eine Anwendung ist, die Nutzer miteinander verbindet. Es hatte grandiose Ideen, um mehr zu werden, aber sein Versuch, teure Brillen mit dem Namen Spectacles herzustellen, ist offenbar ebenso wie die chinesische Drohnenfirma ins Leere gelaufen.

Damit nahm Snap auch gleichzeitig das Augenmerk von den Leuten, die die App tatsächlich benutzen. Eine  Brille für 300 US-Dollar scheint mehr für ein erwachsenes Publikum zu sein als die Teenager, bei denen Snap populär ist, zumal CEO Evan Spiegel zugegeben hat, dass seine App für ältere Leute nicht intuitiv einfach zu bedienen ist.

Daher dachte er wohl an Erwachsene und nicht an Teenager. Snaps kürzlich eingesetzte Verzerrerlinse im Stile von Jeff Koons war auch verlorene Liebesmüh.

An verschiedenen Orten auf der ganzen Welt, wie dem Central Park in Manhattan und dem Eiffelturm, konnten die Nutzer, als sie sich dem Wahrzeichen näherten und ihre spezielle Koons-Linse aktivieren und eine der berühmten Edelstahl-Skulpturen des Künstlers sehen. Da das auf die erfolgreichen Werbeaktionen von Pokemon Go und Disneys (WKN:855686) Star Wars folgt, war es ein wenig eigenwillig, einschließlich der Wahl des Künstlers, da es nur Jet-Settern gefallen konnte, die in der Lage sind, die Welt zu bereisen.

Aufmerksamkeit erregen

Trotz dieser unberechenbaren Ansätze, Aufmerksamkeit zu erregen, ist es möglich, dass Snap in der Lage ist, sich zu verändern. Spiegel sagte kürzlich, man habe sich verpflichtet, die Plattform nutzerfreundlicher zu gestalten, und eine Überarbeitung der App wird für nächsten Monat erwartet. Wenn mehr Erwachsene zu Snapchat kommen, während man die App bei Teenagern attraktiv bleibt, könnte Snap in der Lage sein, die rückläufigen Wachstumsraten umzukehren.

Natürlich besteht das Risiko, die Teenager zu vergraulen, aber es ist klar, dass die Social-Media-Plattform etwas Drastisches und Dramatisches tun muss, wenn sie ihren Niedergang und eventuelle Irrelevanz verhindern will.

Dass so viele Teenager immer noch Freude an Snapchat haben, hält jedoch die Hoffnung am Leben.

Mehr Lesen

The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Facebook und Walt Disney.

Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 22.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2017