Diese Tiger-Dame ist eines der tödlichsten Tiere der Geschichte

Um das Jahr 1900 herum hat ein Bengal-Tiger in Nepal über 400 Menschen getötet. (Symbolbild: AP Photo/Themba Hadebe)

Mehrere hundert Menschen fielen dem bengalischen Tigerweibchen mit dem Spitznamen „Champawat Tiger“ zum Opfer. Damit war sie für Menschen so gefährlich wie kaum ein anderes Tier in der Geschichte.

Normalerweise gehören Menschen nicht zum Beutespektrum von Tigern und Leoparden. Dennoch sind sogenannte „Menschenfresser“ keine Seltenheit. Einer von ihnen, ein nepalesischer Bengal-Tiger, versetzte im 19. und 20. Jahrhundert die Bürger in der Nähe des Himalaya-Gebirges in Angst und Schrecken.

Der sogenannte Champawat Tiger soll mindestens 436 Menschen getötet und viele von ihnen auch gefressen haben. Das sind laut Guinness-Buch der Rekorde die meisten Todesfälle durch einen einzelnen Tiger in der Geschichte.

Dass das Tigerweibchen so unerbittlich Jagd auf Menschen machte, hatte seinen Ursprung vermutlich darin, dass ihr ein Jäger einst ins Gesicht schoss und dabei zwei ihrer Fangzähne verletzte. Das verursachte der Wildkatze nicht nur schreckliche Schmerzen, sondern machte es für sie auch unmöglich, ihre natürliche Beute, beispielsweise Hirsche, zu jagen.

Nach über 200 Todesfällen durch die Raubkatze hatten viele Bewohner der ländlichen Region, in der sie ihr Unwesen trieb, Angst, aus dem Haus zu gehen und waren gar davon überzeugt, das Tier sei von Dämonen besessen. Die nepalesische Regierung schickte Soldaten, um den Tiger zu töten, diese hatten jedoch gegen das aggressive, starke und flinke Tier keine Chance und konnten es letztlich lediglich über die Grenze nach Indien vertreiben, wo der bestialische Raubzug weiterging.

Schließlich wurde der britische Wildjäger Jim Corbett engagiert, der sich auf die Beseitigung von menschenfressenden Tigern und Leoparden spezialisiert hatte. Er konnte die Fährte aufnehmen, nachdem das Tigerweibchen ein 16-jähriges Mädchen aus der Stadt Champawat getötet hatte und auf dem Rückweg in ihr Versteck eine Spur aus Blut und einzelnen Körperteilen hinterließ.

Unterstützt von 300 Anwohnern konnte Corbett das Raubtier 1907 nach fast zehn Jahren des Terrors erlegen und durch eine anschließende Untersuchung den Grund für das aggressive Verhalten des Tigers finden. Nur wenige Jahre später begann der Brite, sich für den Schutz von Wildtieren einzusetzen. 1957 wurde ein indischer Nationalpark nach ihm benannt. In seiner Zeit als Jäger erlegte er 33 gefürchtete Menschenfresser, die zusammen über 1200 Personen getötet haben sollen.

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