Diese Produkte stehen auf der Vergeltungsliste der EU

Nach Trumps umstrittener Ankündigung, Importzölle erheben zu wollen, hat die EU eine Vergeltungsliste erstellt.


Als Reaktion auf Trumps Strafzölle bereitet die EU ebenfalls Zölle auf amerikanische Produkte vor. Diese werden in den wichtigen Wahlkreisen der Republikaner hergestellt, womit sich der Druck auf den US-Präsidenten erhöht. So denkt Brüssel über eine 25-prozentige Abgabe auf eine Reihe von Konsum-, Landwirtschafts- und Stahlerzeugnissen nach, die die USA in die EU exportieren, wie die mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Die EU soll eine Liste mit 100 US-Produkten erstellt haben, die für Strafzölle in Frage kommen. Auf der Vergeltungsliste stehen demnach neben Motorrädern, Orangensaft und Whiskey unter anderem auch Hemden, Jeans, Kosmetikprodukte, Sportboote, Stahl, Mais sowie weitere landwirtschaftliche Produkte.

Viele der Produkte auf der Liste, wurden von der EU offensichtlich mit Bedacht ausgewählt, um eine maximale politische Wirkung zu erzielen. So wird beispielsweise Bourbon Whiskey in Kentucky produziert, dem Staat von Mitch McConnell, dem republikanischen Mehrheitsführer im US-Senat. Orangensaft wiederum ist ein Schlüsselexport für Florida, ein Swing State in den US-Wahlen.


EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und sein Führungsteam werden die Vergeltungsliste am Mittwoch bei einem gemeinsamen Treffen diskutieren. Die EU-Kommission denkt darüber hinaus darüber nach, bei der WTO Beschwerde gegen die USA einzulegen.

Einem Agenturbericht zufolge wird Trump am Donnerstag Vertretern von US-Firmen seine geplanten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte erläutern. Der Wirtschaftsberater des US-Präsidialamts, Gary Cohn, habe das Treffen mit Konzernen, die Stahl und Aluminium verarbeiten, arrangiert, berichtete Bloomberg unter Berufung auf zwei mit den Plänen vertraute Personen.

Es sei Teil der Bemühungen innerhalb der Regierung, den Vorstoß von Trump abzuwenden oder abzumildern. Zu den Eingeladenen gehörten Vertreter von Brauereien, Getränkedosen-Herstellern, Ölindustrie und Autobauern.

In der US-Wirtschaft hat sich Widerstand gegen die Zölle von 25 Prozent auf Stahl und von zehn Prozent auf Aluminium formiert. Einige US-Unternehmen wie Levi Strauss haben sich bereits entschieden gegen Handelsbarrieren ausgesprochen. Am Montag hieß es: „Einseitige Zollkonditionen riskieren Vergeltungsmaßnahmen und destabilisieren die Weltwirtschaft. In diesem Fall werden letztendlich amerikanische Marken, Arbeitnehmer und Verbraucher darunter leiden.“

Die US-Unternehmen treibt die Furcht vor höheren Kosten und Engpässen bei der Belieferung mit den Stoffen um. Auch im Trump-Lager sind die Pläne umstritten. Cohn und Finanzminister Steven Mnuchin lehnen sie ab. Dagegen sind Handelsminister Wilbur Ross und Handelsberater Peter Navarro für die härtere Gangart.