Diese Pläne hat Deutschlands neue Darts-Sensation

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Diese Pläne hat Deutschlands neue Darts-Sensation
Diese Pläne hat Deutschlands neue Darts-Sensation

Wird er Deutschlands nächster Darts-Star?

Mit seinen gerade einmal 16 Jahren gelang Fabian Schmutzler die Qualifikation für die Darts-WM (ab dem 15. Dezember LIVE auf SPORT1) im altehrwürdigen Ally Pally. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)

Damit ist der junge Mann aus Frankfurt am Main neben Gabriel Clemens, Martin Schindler und Florian Hempel der vierte Deutsche, der bei der 29. Darts-WM an den Start geht. (BERICHT: So tickt Deutschlands neuer Darts-Star)

Mit seinen 16 Jahren und 57 Tagen - so alt wird er sein, wenn die Darts-WM beginnt - wird er sogar Max Hopp als jüngsten deutschen Darts-Spieler bei einer WM ablösen.

Laut PDC steigt Schmutzler im Dezember sogar zum zweitjüngsten Spieler der WM-Geschichte auf, nur der Australier Mitchell Clegg war bei seinem Debüt 2007 mit 16 Jahren und 37 Tagen noch etwas jünger, nachdem er sich sogar noch als 15-Jähriger qualifiziert hatte.

Bei SPORT1 spricht Schmutzler über diesen Triumph und darüber, was für ein Sturm an Glückwünschen danach auf ihn eingeprasselt ist. Dazu erklärt er, wie seine weiteren Ziele im Darts aussehen und verrät, mit welchem Walk-On-Song er den Ally Pally anheizen will.

SPORT1: Herr Schmutzler, haben Sie schon realisiert, dass Sie zur Darts-WM fahren?

Fabian Schmutzler: Inzwischen habe ich es realisiert. Ich weiß zwar immer noch nicht genau, wie ich das geschafft habe, aber ich freue mich darauf.

SPORT1: Haben Sie es im Vorfeld überhaupt für möglich gehalten, dass Sie sich qualifizieren könnten?

Schmutzler: Um ehrlich zu sein, wusste ich erst überhaupt nicht, dass ich das hinkriegen kann. Ich war eigentlich fest davon überzeugt, dass Rusty (Rusty-Jake Rodriguez; Anm. d. Red.) Erster wird und deswegen den Platz bekommt. Ich wusste nicht, dass er schon im Vorfeld qualifiziert war. Deswegen war die große WM für mich eigentlich nie ein Thema.

Glückwünsche von Hopp und Clemens: „Das war überwältigend“

SPORT1: Wie war die Resonanz? Wie viele Nachrichten haben Sie bekommen? Und welche deutschen oder internationalen Darts-Profis haben sich gemeldet?

Schmutzler: Ich habe sehr sehr viele Nachrichten bekommen. Auch vor Ort waren einige Leute, die mich beglückwünscht haben, zum Beispiel Nico Kurz. Per Instagram haben mir Max Hopp und Gabriel Clemens gratuliert. Gaga hat sogar gesagt, dass ich mich doch bei ihm melden könne, wenn ich etwas bräuchte. Das war schon überwältigend, was da alles an Nachrichten gekommen ist. Ich bin auch immer noch nicht hinterhergekommen mit dem Beantworten der ganzen Nachrichten.

SPORT1: In welchem Moment haben sie gewusst, dass Sie für die Darts-WM qualifiziert sind?

Schmutzler: Mir wurde irgendwann gesagt, dass sich der Zweite der Development Tour auch für die WM qualifiziert. Das war zu dem Zeitpunkt, als ich mein zweites Turnier gewonnen hatte und dann einen Vorsprung auf Platz drei hatte. Ich wusste, es gibt nur noch drei, die mich einholen können. Das waren Geert Nentjes, Niels Zonneveld und Sebastian Bialecki. Nentjes ist in der ersten Runde gegen Nico Kurz raus, so war einer schon mal weg. In den letzten 16 haben Bialecki und Zonneveld gegeneinander gespielt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon so viel Preisgeld, dass Bialecki mich nicht mehr einholen konnte. Daher wusste ich, wenn Bialecki gewinnt, fahre ich zur WM. Also stand ich mit Max Weilandt hinter dem besagten Spiel. Bialecki führte 3:1 und hatte drei Matchdarts auf der Doppel-16. Er machte den ersten rein. Ich habe dann Max umarmt, er hat angefangen zu weinen und ich war ganz kurz davor. Das war der erste Moment, als ich wusste, dass ich zur WM fahre.

Schule und Darts: Aktuell läuft das gut

SPORT1: Bereiten Sie sich speziell auf die WM vor oder trainieren Sie einfach weiter wie bisher?

Schmutzler: Ich werde weiterhin Turniere und meine Liga spielen. Ich nehme an, dass ich in der Woche vor der WM nochmal intensiver spielen werde, um mich richtig auf die WM vorzubereiten.

SPORT1: Sie gehen noch zur Schule, richtig? Wie lässt sich das Training mit den schulischen Verpflichtungen vereinbaren?

Schmutzler: Ja, ich gehe zur Schule. Momentan ist das noch alles im positiven Rahmen. Durch die verplanten Wochenenden ist meistens weniger Zeit übrig, um Hausaufgaben zu machen oder um zu lernen. Aber aktuell kriege ich das noch gut hin.

Naturtalent? „Hartes und langes Training“

SPORT1: Sie spielen erst seit 2019 Darts. Sind Sie ein Naturtalent?

Schmutzler: Ich habe 2019 angefangen, im Verein zu spielen. Ich habe Talent, aber Naturtalent, das sagen vielleicht andere. Ich werde das nicht sagen. Es war hartes und langes Training nötig und ich habe sehr viele Turniere gespielt. Im Vergleich zu anderen 16-Jährigen habe ich deshalb vielleicht ein wenig mehr Erfahrung. Dass ich das nötige Talent habe, wurde mir auch schon öfters gesagt. Aber mit dem Begriff „Naturtalent“ bin ich selbst etwas vorsichtig.

SPORT1: Haben sie vor 2019 bereits die Darts-WM im TV verfolgt und waren sie schon länger mit dem Sport in Berührung?

Schmutzler: Ich hatte die Darts-WM schon mal gesehen und wusste, was Darts ist. Aber ich habe nicht jedes Turnier auf SPORT1 geschaut. Das war damals noch nicht so.

Walk-On-Song und Spitzname

SPORT1: Haben Sie schon einen Walk-On-Song für die WM?

Schmutzler: Ja, habe ich schon und zwar: „Turn it up“ von Armin van Buuren. Den habe ich selbst ausgesucht. Der lief mal im Radio und ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie ich zu diesem Song einlaufe.

SPORT1: Ihr Spitzname lautet The Fabulous Fab. Wie ist der entstanden?

Schmutzler: Den hat mir mein Vater gegeben. Im Winter 2019 waren wir spazieren und haben uns darüber unterhalten. Da kam mein Vater mit dem Vorschlag um die Ecke. Michael van Gerwen heißt auch Mighty Mike, das geht in die gleiche Richtung. Als ich mein erstes Trikot bekommen habe, haben wir den Namen dann genommen. Das hat sich jetzt so etabliert.

SPORT1: Haben sie einen Wunschgegner für die Darts-WM?

Schmutzler: Mein großes Vorbild im Darts ist Raymond van Barneveld. Das wäre natürlich mega, wenn ich gegen ihn spielen könnte. Aber es gibt niemanden, bei dem ich sagen würde: „Den will ich kriegen, weil ich ihn schlagen kann.“ Im Grundprinzip kann jeder jeden schlagen. Ich würde mich natürlich über einen großen Namen freuen. Aber es ist auch nicht schlimm, wenn ein anderer kommt.

Angst vor Ablenkung im Ally Pally

SPORT1: Holen sie sich Tipps von Max Hopp, der ja auch mit 16 Jahren das erste Mal bei der Darts-WM war?

Schmutzler: Ich habe schon von vielen Tipps bekommen, was auch den Umgang mit Social Media oder dem Umfeld vor Ort angeht. Auch von Max. Ich werde mir die ganzen Tipps zu Herzen nehmen. Die Jungs haben alle Erfahrung, die das gesagt haben. Egal ob das von Max oder Gaga kommt.

SPORT1: Was war die größte Zuschauermenge, vor der Sie bisher gespielt haben?

Schmutzler: Ich glaube, das war in Steinfurt. Dort habe ich gegen Ron Meulenkamp gespielt und es haben 50-70 Leute zugeschaut. Aber ich habe noch nie vor Tausenden von Menschen gespielt. Das wird bei der WM das erste Mal sein.

SPORT1: Haben Sie Respekt oder Angst vor den vielen Zuschauern im Ally Pally?

Schmutzler: Das spielt alles rein. Ich habe ein bisschen Angst, dass ich mich zu sehr ablenken lasse und nicht in mein Spiel finden werde. Andererseits freue ich mich mega darauf, da oben zu stehen und das genießen zu können. Im Darts gibt es dort die beste Stimmung, das will ich aufsaugen und nicht vergessen.

Darts-Profi? „Aktuell nicht Plan A“

SPORT1: Wie sehen Ihre Ziele im Darts nach der WM aus?

Schmutzler: Auf jeden Fall will ich Q School spielen und dazu die Challenge und Development Tour. Diese ganzen PDC Qualifying-Turniere will ich mitnehmen. Ansonsten will ich am Darts dranbleiben und nicht sagen: „Einmal WM gespielt und fertig.“

SPORT1: Wollen Sie irgendwann einmal professioneller Dartspieler werden und Darts hauptberuflich ausüben?

Schmutzler: Es wäre zumindest nicht mein Plan A. Wenn es natürlich mit einem Durchbruch plötzlich klappt, würde ich das Geschenk mit offenen Armen annehmen. Jedoch lautet Plan A aktuell nicht, Profi zu werden.

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