Wie diese Managerin die Allianz von Car2go und DriveNow steuern soll


So viel ist sicher: Die Frau fällt auf. Und zwar nicht in erster Linie wegen der offensichtlichen Dinge, also des ungewöhnlichen Nachnamens und eines nicht zu leugnenden Faibles für kunterbunte Brillengestelle. Nein, Daniela Gerd tom Markotten gilt aufgrund anderer Attribute als eine der vielversprechendsten Personalreserven beim Stuttgarter Auto- und Lkw-Hersteller Daimler. Denn die 43-jährige Managerin kann coden (promovierte über IT-Sicherheit), ist vertriebserfahren, international vernetzt und seit Jahren in leitenden Funktionen für den Dax-Konzern aktiv.

Aktuell versucht die Ostwestfälin, als Geschäftsführerin der Moovel Group eine Art Betriebssystem für die Mobilität der Zukunft zu entwerfen. Die Erfahrungen, die sie hier sammelt, kann sie auch gut für ihre künftige Aufgabe gebrauchen. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, soll die Mutter von drei Kindern die Carsharing-Allianz von Daimler (Car2go) und BMW (DriveNow) leiten. Offiziell wollen die beiden Autobauer die Personalie nicht kommentieren. In Unternehmenskreisen heißt es aber, Daniela Gerd tom Markotten wäre eine „ausgezeichnete Wahl“.

Klar ist: Die studierte Wirtschaftsingenieurin steht vor einer großen Aufgabe. Das Unternehmen, das sie bald leiten dürfte, soll binnen der nächsten Jahre zu einem der führenden Mobilitätsdienstleister der Welt ausgebaut werden und lästige Konkurrenten wie Uber, Lyft oder Gett in die Schranken weisen. Dafür bündeln Daimler und BMW ihre Mobilitätsdienste – von Carsharing und Mitfahrdiensten über die Taxivermittlung bis hin zur digitalen Suche von Parkplätzen und Stromtankstellen.


Das Ziel des Gemeinschaftsunternehmens, an dem die automobilen Erzrivalen jeweils 50 Prozent der Anteile halten werden, ist hoch gesteckt: Daniela Gerd tom Markotten soll ein ganzheitliches Ökosystem für Mobilitätsdienstleistungen kreieren, abrufbar mit einem Fingertipp.

Die Ausgangslage ist schwierig: Zwar kommt das neue Unternehmen auf mehr als 24 Millionen Nutzer und eine Bewertung von etwa 2,5 Milliarden Euro. Aber Carsharing ist ein Zuschussgeschäft. In der Branche ist es ein offenes Geheimnis, dass weder Car2go noch DriveNow Gewinne einfahren. Der Zusammenschluss spart zwar Kosten, profitabel dürfte das Geschäft aber erst dann werden, wenn die globale Expansion gelingt.

Mit Daniela Gerd tom Markotten an der Spitze glaubt man in Stuttgart wie München, diesen Schritt bewältigen zu können. „Sie empfiehlt sich für Größeres“, heißt es in Konzernkreisen.

Einer, der sie gut kennt, lobt ihre „erfrischende Art“ und ihren Fokus aufs Geschäft. Bis das Daimler-Eigengewächs – sie zählte zur internationalen Nachwuchsgruppe des Konzerns – durchstarten kann, wird es aber noch einige Monate dauern. Die Kartellbehörden müssen das Joint Venture erst noch genehmigen.