Diese Kunst-Aktion von Mikes Poppe hätte anders enden sollen

Diese Kunst-Aktion von Mikes Poppe hätte anders enden sollen

Der Künstler Mikes Poppe ließ sich in Rahmen einer Kunstausstellung an einen Marmorblock ketten und versuchte, sich anschließend zu befreien. Als ihm dies auch nach 19 Tage nicht gelang, wurde nachgeholfen. Sein Scheitern sieht Poppe allerdings mit künstlerischem Tiefgang.

Nur mit Hammer und Meißel bewaffnet, versuchte Mikes Poppe, sich zu befreien. Seine Fußkette war in einem Marmorblock befestigt und so aß, schlief und wusch sich der Künstler in einem Raum des Gerichtsgebäudes im belgischen Ostende. Die Aktion war Teil der Ausstellung "Het Vlot", was im Deutschen so viel wie "das Floß" heißt. Poppe wollte damit aber nicht nur beweisen, dass er sich mit reiner Muskelkraft aus seiner Gefangenschaft befreien kann. Das Experiment hatte tiefere Beweggründe.

Mikes Poppe wollte die "Einsamkeit und Entfremdung des Lebens" erforschen, wie der "Guardian" berichtet. Dabei sahen ihm einige Kunstinteressierte zu – Hilfe bekam er aber erst nach 19 Tagen. Trotz aller Anstrengungen schaffte der Künstler es nicht, den Marmorblock zu bezwingen und musste mit einem Winkelschleifer losgeschnitten werden.

Im ersten Statement nach seiner Befreiung wirkte Poppe zwar enttäuscht, doch er gab trotzdem eine künstlerische Interpretation seines gescheiterten Versuchs ab: "Dieser Block ist ein Stück Kunstgeschichte. Ich versuchte, mich zu befreien. Ich musste feststellen, dass dies nicht möglich ist – sich von der Kunstgeschichte zu befreien. Es ist eine Last, die ich immer tragen muss. Das ist die symbolische Bedeutung des Marmors."

Das Publikum zeigte sich begeistert und klatschte Mikes Poppe noch während seiner Befreiung Beifall.