Diese Kleinparteien treten bei der Bundestagswahl an

Viele neue Parteien wollen endlich größere Bekanntheit erlangen. (Bild: AP Photo)

Auch wenn sich der Großteil der Deutschen bei den kommenden Bundestagswahlen aller Wahrscheinlichkeit nach für die etablierten Parteien entscheiden wird: Es gibt in der Polit-Landschaft diverse kleine und sehr spezielle Interessenvertretungen, die zur Wahl antreten.

Menschliche Welt; für das Wohl und Glücklich-Sein aller

Den klassischen Bundestagspolitiker stellt man sich wohl eher nicht in weiten Haremshosen und Sportklamotten vor. Dada, Yoga-Mönch und Gründer der Partei Menschliche Welt, erfüllt demnach nicht gerade das Klischee eines Staatsmannes. Das Wahlprogramm der Partei für eine „Menschliche Welt; für das Wohl und Glücklich-Sein aller“ ist umfassend: Man verfolgt eine Friedens-, Familien-, Gesundheits-, Bildungs-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Man wolle sich für ein Gesundheitssystem, das frei von kommerziellen Interessen ist, einsetzen, eine Bildungsreform durchführen und für die Abschaffung von Massentierhaltung sowie für mehr Ethik und Transparenz in den Parlamenten sorgen. Terrorismus müsse an seinen Wurzeln angegangen und mit Weisheit statt Gewalt überwunden werden, heißt es. Zur Umsetzung dieser Ziele greifen die Parteimitglieder auf spirituelle Praktiken zurück und bieten auf ihrer Homepage Meditation, Yoga und „ähnliche Methoden der Selbsterkenntnis“ an.

Die Rechte

An der politischen Ausrichtung wird allein schon aufgrund des Parteinamens kein Zweifel gelassen. Die Rechte wird zwar vom Verfassungsschutz beobachtet, kann in Baden-Württemberg dennoch gewählt werden. Vorsitzender ist der Hamburger Rechtsextremist Christian Worch. Die Partei, die sich selbst als „weniger radikale Alternative zur NPD“ sieht, möchte laut des Programms die „deutsche Identität und Kultur erhalten“. Zuwanderung soll eingedämmt werden, dauerhaft in Deutschland lebende Einwanderer sollen nicht länger geduldet werden. Asylbewerber sollen ihrer Meinung nach in „Containern statt in Wohnungen“ untergebracht werden und sich an eine Ausgangssperre ab 22 Uhr halten. Fernab der Einwanderungspolitik wollen sich die Rechten für Volksentscheide auf Bundesebene einsetzen und für ein zinsfreies Elterndarlehen und Müttergehälter sorgen.

Für welche Partei entscheiden Sie sich bei der Bundestagswahl 2017? (Bild: AP Photo)

BüSo – Bürgerrechtsbewegung Solidarität

Was Donald Trump wohl zur BüSo sagen würde? Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität wird von Helga Zepp-LaRouche geleitet und gehört zum politischen Netzwerk ihres Ehemannes Lyndon LaRouche, einem US-amerikanischen Polit-Aktivisten, der bereits mehrfach erfolglos Präsident der Vereinigten Staaten werden wollte.

Die Nato in der derzeitigen Form soll nach Meinung der BÜSo abgeschafft werden. Es sei sinnvoller, sich im Kampf gegen den Terror vor allem mit den USA, China und Russland zu verbünden. Der Klimawandel sei angeblich nur ein Märchen, vielmehr solle Deutschland wieder auf Atomenergie setzen. Der Welt droht in den Augen der Bürgerrechtsbewegung ein „Systemkollaps der globalisierten Finanzmärkte“. Eine neue Weltwirtschaftsordnung soll Abhilfe schaffen: Finanzinstitutionen wie IWF und Weltbank sollen durch Nationalbanken ersetzt werden. Außerdem sollen Preiskontrollen bei Nahrungsmitteln und Energie und feste Wechselkurse für Stabilität sorgen. Allem voran müsse die D-Mark wieder eingeführt werden.

DiB – Demokratie in Bewegung

Eine neue Art der Demokratie durch direkte Mitbestimmung will die DiB erreichen. Die linksliberale bzw. linksbürgerliche Partei wurde erst im April 2017 durch junge Menschen in Berlin basierend auf einer Unterschriftenliste auf „change.org“ ins Leben gerufen. Der Grundgedanke: Jeder kann Ideen einbringen – selbst Nicht-Mitglieder. Statt Abgeordneter gibt es sogenannte Fürsprecher, die an das Parteiprogramm und ausdrücklich nicht an die Parteiführung gebunden sind. Nach zwei Legislaturperioden soll jeweils Schluss sein, damit keine Einzelziele verfolgt und Machtpositionen einzelnen zu stark werden können. Man will sich unter anderem für eine lückenlose Mietpreisbremse einsetzen, eine Frauenquote von 50 Prozent in Führungsgremien einführen und die Ausgaben für Bildung auf sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen. Das komplette Wahlprogramm wurde erst am 27. August auf dem Parteitag beschlossen.

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