Diese klassisch italienischen Nudelrezepte werden oft falsch gemacht

Carolin Klar
Freie Autorin für Yahoo Style
Kann man bei einer italienischen Tomatensauce etwas falsch machen? Man kann! (Bild: Eugene Mymrin/ Getty Images)

Wie bekommen Spaghetti Carbonara laut Original-Rezept ihre Cremigkeit? Zu welchen Pasta-Gerichten wird kein Parmesan gereicht? Und welcher Nudelteller hat sich in Deutschland durchgesetzt, obwohl es ihn so in Italien gar nicht gibt? Wir nennen italienische Nudelklassiker, bei denen oft Fehler passieren und erklären, wie man sie richtig zubereitet und serviert.

Pasta al Sugo di Pomodoro

Fehler Nr. 1: Ketchup in die Tomatensauce mischen

Ketchup bringt Geschmack ins Essen, vor allem Süße – er gehört aber nicht in eine italienische Tomatensauce. Um das Säuerliche der Tomaten abzumildern kann man stattdessen etwas Zucker beimengen – so machen es zumindest die Italiener.

Spaghetti Carbonara

Fehler Nr. 2: Sahne in Spaghetti Carbonara geben

Sahne wird zu Saucen hinzugegeben, um sie cremig zu machen – nur fälschlicherweise auch häufig bei Spaghetti Carbonara. Dies kommt selbst in deutschen Restaurants vor, was das Ganze nicht richtiger macht. Laut italienischem Originalrezept gehört für die Cremigkeit nur das Eigelb von mehreren Eiern in die Sauce. Diese werden erst mit Pecorino oder Parmesan vermengt, mit schwarzem Pfeffer gewürzt und dann zum gebratenen Speck und den kurz vor al dente gekochten Nudeln in die Pfanne gegeben. Damit das Eigelb nicht zu stocken anfängt heißt es: Pasta schnell servieren!

Rezepte mit Meeresfrüchten & Co.

Fehler Nr. 3: Parmesankäse zu Nudeln mit Fisch geben

Bei Pasta oder Risotto mit Salmone (Lachs), Vongole (Muscheln) oder Gamberi (Garnelen) zur Krönung frischen Parmesan darüber reiben? Bloß nicht. Fisch, Meeresfrüchte und Krustentiere haben einen feinen Geschmack, der nicht vom intensiven Käsearoma überlagert werden will. Das Gleiche gilt übrigens für andere feine Nudelgerichte wie Pasta mit Austernpilzen (italienisch: Funghi Pleurotus).


Pasta Bolognese

Fehler Nr. 4: Spaghetti mit der Bolognese-Sauce essen

Die traditionelle Sauce aus Bologna mit Tomatensauce, Hackfleisch, Zwiebeln, Karotten und Sellerie wird oft mit Spaghetti serviert. Genau genommen ist das jedoch falsch. Zum ragù alla bolognese gehören frische Tagliatelle – also Bandnudeln. Alternativ kommt die Sauce in eine Lasagne alla Bolognese. Über alles andere können sich Italiener nur wundern …


Lasagne

Fehler Nr. 5: Nudeln für die unterste Schicht der Lasagne verwenden

Die erste Schicht in der Auflaufform sind nicht die Nudeln, sondern sollte aus Sauce bestehen. Man beginnt mit der Béchamelsauce. Dadurch kleben die Nudeln nicht am Boden fest. Wie die Schichtung weitergeht? Nach der Béchamelsauce kommt die erste Schicht Nudeln, Béchamelsauce, Hackfleisch, Parmesan, Nudeln, Béchamelsauce, Hackfleisch und zuletzt Parmesan.

Richtig schichten und abschließen: Beim Lasagne-Zubereiten gibt es einiges zu beachten, wenn man sie wie die Italiener machen will. (Bild: Malcolm P. Chapman/ Getty Images)

Fehler Nr. 6: Die Lasagne mit Ricotta überbacken

Ricottakäse ist schön weich – und genau deshalb nicht der richtige Käse für eine klassisch italienische Lasagne. Der Ricottakäse wird im Gegensatz zu einem Hartkäse beim Überbacken nämlich nicht knusprig. Vielmehr trocknet er aus und bildet keine schöne Oberfläche auf dem Nudelauflauf. Geriebener Parmesan ist die beste Wahl – er gibt dem Gericht einen würzigen Geschmack. Wer mag, kann Mozzarella beim Schichten in der Lasagne verteilen (zwischen Béchamelsauce und Hackfleisch) –  der zieht schöne Fäden, wenn er warm wird. Kinder lieben das!

Fehler Nr. 7: Die Béchamelsauce bei der Lasagne weglassen

Ja, die Béchamelsauce ist ein Extra, das zusätzlich angerührt werden muss und mehr Arbeit macht. Aber sie darf in einer klassischen italienischen Lasagne nicht fehlen. Jeder, der die Hackfleischsauce mit Milch oder Sahne zubereitet, um sich Extra-Arbeit zu sparen, hat zwar einen milchigen Effekt im Gericht – aber das Ergebnis entspricht nicht dem klassischen Nudelrezept.

Fazit

Käsesorten, passende Kräuter, neue Kombinationen: Es lohnt sich, über seine Lieblingsgerichte genauer nachzulesen und auf Feinheiten zu achten. Dabei kann man auch auf interessante Tipps und Variationen von italienischen Köchen stoßen, die Abwechslung auf den Essenstisch bringen. Inspiration geben beispielsweise tolle Food-Blogs von deutschsprachigen Italienern – wie “Cooking Italy” von Domenico Gentile.