Warum diese Investoren keine Lust mehr auf B2B haben

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Partner bei Heartcore Capital: Yacine Ghalim, Jimmy Fussing Nielsen, Max Niederhofer, Christian Lindegaard Jepsen, Signe Marie Sveinbjørnsson, Levin Bunz (von links)
Partner bei Heartcore Capital: Yacine Ghalim, Jimmy Fussing Nielsen, Max Niederhofer, Christian Lindegaard Jepsen, Signe Marie Sveinbjørnsson, Levin Bunz (von links)

Celonis oder Personio aus Deutschland, UIPath aus Rumänien – viele Startup-Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre wurden von B2B-Firmen geschrieben, also Unternehmen, die Geschäfte mit Firmenkunden machen. Auch bei Investoren sind die B2B-Modelle sehr beliebt. Das sieht auch Levin Bunz, Partner bei dem Fonds Heartcore Capital, so: „Wenn nicht SaaS draufstand, diskutierten es viele VCs gar nicht erst ernsthaft“, sagt er im Gespräch mit Gründerszene. Mit dem Geschäftsmodell Software as a Service (SaaS) generieren die Firmen regelmäßig wiederkehrende Umsätze – ein Grund, weshalb das Modell gerade von Investoren so geschätzt wird.

Bunz und seine Partner bei Heartcore, wie etwa Max Niederhofer, haben dennoch einen anderen Weg eingeschlagen. Der VC hat gerade einen neuen Fonds aufgelegt, den vierten insgesamt. 200 Millionen Euro sind zusammen gekommen, die das Team ausschließlich in Consumer-Tech aus Deutschland und Europa investieren will. Damit ist Heartcore in die gegengesetzte Richtung gegangen von Fonds wie etwa HV Capital, die mit Consumer-Tech starteten und nun immer öfter auch B2B-Investments tätigen. „Wir glauben, dass in den nächsten Dekaden vor allem aus Europa sehr große Consumer-Tech-Firmen gebaut werden“, sagt Bunz zu den Beweggründen.

„Es ist relativ einfach in B2B-Firmen zu investieren“, behauptet der 35-Jährige. „Es ist immer ein SaaS-Geschäftsmodell, manchmal noch ein Marktplatz.“ Im Consumer-Bereich sei die Frage, womit die Firmen einmal Geld verdienen werden, schwieriger zu beantworten, sagt der Investor, der zuvor mehrere Jahre bei Rockets Global Founders Capital (GFC) tätig war. „Wenn es aber funktioniert, dann geht es häufig schneller als bei B2B-Modellen.“

VCs müssen zu eigenen Marken werden

Ein weiterer, weitaus wichtiger Grund für Heartcores Fokus scheint jedoch die Markenwahrnehmung zu sein. In Zeiten von billigem Geld und immer mehr Wettbewerbern auf dem Risikokapitalmarkt müssen sich auch VC-Fonds viel mehr ins Zeug legen, um den Zuschlag für ein Investment zu bekommen als noch vor einigen Jahren. Das gibt auch Bunz zu: „Wir müssen uns zunehmend fragen, was ist unsere Daseinsbereichtigung auf dem Cap Table?“

Heartcore will diese Frage beantworten, in dem man sich als Experte für Consumer Tech etabliert, so wie etwa Point Nine zum Software-VC geworden ist. In den USA gibt es bereits große Fonds wie etwa Forerunner oder Maveron, die ausschließlich in Firmen im Endkundengeschäft investieren. Heartcore will das europäisches Pendant werden. Zum Portfolio des Fonds gehören bereits deutsche B2C-Firmen wie Getyourguide, Tink oder Finn.auto.

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