Diese Grafik zeigt, wie gut die verschiedenen Corona-Impfstoffe vor Delta schützen

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Die Lungenärztin Catherine Wentowski behandelt einen Coronavirus-Patienten im Ochsner Medical Center in Louisiana am 10. August 2021.
Die Lungenärztin Catherine Wentowski behandelt einen Coronavirus-Patienten im Ochsner Medical Center in Louisiana am 10. August 2021.

Wie gut schützen die verschiedenen Corona-Impfstoffe gegen die Delta-Variante? Diese Frage beschäftigt Forscher seit einiger Zeit – und sie ist angesichts steigender Fallzahlen in vielen Ländern trotz guter Impfquote eine drängende.

Einige Untersuchungen zeigen, dass die Delta-Variante sich dem Impfstoff teilweise entziehen kann. Das bedeutet, dass die Anzahl der Antikörper, die gegen Delta schützen können, bei geimpften Personen im Vergleich zu anderen Varianten geringer ist. Aus diesem Grund hat Business Insider mehr als ein Dutzend Studien und Veröffentlichungen von Impfstoffherstellern, Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens und Forschern aus mehreren Ländern untersucht, um herauszufinden, wie gut die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson und AstraZeneca tatsächlich gegen Delta wirken.

Die Ergebnisse sind vielversprechend. Zwar nimmt die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die Infektion mit der Zeit ab, doch der Schutz vor schweren Erkrankungen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen bleibt hoch. Die folgende Tabelle fasst die bisherigen Erkenntnisse zusammen.

Quellen: NEJM; Public Health England; Yale Medicine; IHME; MedRxiv; Wall Street Journal; Israeli Ministry of Health; Mayo Clinic; AstraZeneca; Johnson&Johnson
Quellen: NEJM; Public Health England; Yale Medicine; IHME; MedRxiv; Wall Street Journal; Israeli Ministry of Health; Mayo Clinic; AstraZeneca; Johnson&Johnson

Impfstoffe verhindern Krankenhausaufenthalte und Todesfälle

Unser Wissen darüber, wie gut Impfungen gegen Delta schützen, ändert sich mit der Zeit. Das ist auch der Grund, warum in der obigen Tabelle für bestimmte Impfungen große Schwankungen auftreten. So deuten die im Frühjahr durchgeführten Untersuchungen etwa auf einen insgesamt höheren Impfschutz gegen Delta hin als die Daten der letzten Monate.

Für Biontech/Pfizer und AstraZeneca liegen im Vergleich etwas umfassendere Daten vor, da die öffentlichen Gesundheitsbehörden in Israel und in Großbritannien – wo diese Impfungen häufig eingesetzt werden – die Behandlungsergebnisse in der Bevölkerung ständig überwachen. Eine im Mai von Public Health England (PHE) durchgeführte Analyse ergab, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca zu 88 Prozent und zu 60 Prozent wirksam sind, um symptomatische Fälle von Covid-19 zu verhindern.

Eine Studie aus Israel, die sich auf im Juni und Juli erhobene Daten stützt, ergab jedoch, dass zwei Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nur zu 64 Prozent wirksam waren, um Infektionen und symptomatische Erkrankungen zu verhindern. In beiden Studien wurde jedoch festgestellt, dass die Impfstoffe zu mehr als 90 Prozent vor Krankenhausaufenthalten schützen. Und die israelischen Daten zeigten auch, dass das Vakzin von Biotech/Pfizer zu 93 Prozent vor einem schweren Verlauf schützt.

Menschen gehen ohne Maske durch ein Einkaufszentrum in Tel Aviv am 15. Juni 2021.
Menschen gehen ohne Maske durch ein Einkaufszentrum in Tel Aviv am 15. Juni 2021.

Die Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson zeigten eine ähnlich gute Wirksamkeit gegen die schwerwiegenden Folgen einer Infektion mit Delta, wenngleich diese Impfungen bisher weniger gut untersucht sind. Eine kanadische Studie, die bisher noch nicht von Fachleuten überprüft wurde, geht von einer 72 prozentigen Wirksamkeit des Impfstoffs von Moderna gegen eine symptomatische Delta-Infektion nach nur einer Dosis aus. Die Impfung von Johnson & Johnson hingegen schützt zu 71 Prozent vor einem Krankenhausaufenthalt infolge einer Delta-Infektion und zu 95 Prozent vor dem Tod, berichtet Yale Medicine.

Nach Angaben der US-amerikanischen Behörden (CDC) ist die Wahrscheinlichkeit, mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, bei Ungeimpften etwa doppelt so hoch wie bei Geimpften.

Der Impfschutz lässt mit der Zeit nach

Die Delta-Variante ist nicht der einzige Grund, warum der Impfschutz etwas schwächer zu sein scheint als noch vor ein paar Monaten. Am Mittwoch erklärte die CDC-Direktorin Rochelle Walensky, dass die steigenden Zahlen von Durchbruchsfällen "wahrscheinlich sowohl auf die nachlassende Immunität als auch auf die Stärke der weit verbreiteten Delta-Variante zurückzuführen sind."

In der Tat haben Forscher festgestellt, dass der Schutz vor einer leichten oder mittelschweren Corona-Infektion mit der Zeit abnimmt. So zeigten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer bei Personen, die im April geimpft wurden, zu 75 Prozent vor einer Infektion schützt. Bei Personen, die aber schon im Januar geimpft worden waren, sank der Schutz auf 16 Prozent.

In einer Studie der Universität Oxford wurden Personen untersucht, die eine Durchbruchsinfektion mit hoher Viruslast hatten — das heißt, sie haben mehr Viren in ihren Testproben und sind damit ansteckender. Die Ergebnisse zeigten, dass die Impfung von Biontech/Pfizer zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 92 Prozent eine Infektion mit einer hohen Viruslast verhinderte. Nach drei Monaten betrug die Wirksamkeit nur noch 78 Prozent. Im gleichen Zeitraum fiel die Wirksamkeit von AstraZeneca von 69 auf 61 Prozent.

Diese Ergebnisse und die jüngsten Daten von Biontech/Pfizer belegen, dass nach einigen Monaten für einen weiterhin hohen Schutz eine dritte Dosis des Impfstoffs nötig ist. So haben die USA und zuvor Israel beschlossen, Auffrischungsimpfungen durchzuführen. Die Biontech/Pfizer-Daten zeigen, dass eine dritte Impfung fünf- bis achtmal mehr Antikörper gegen die Delta-Variante erzeugt.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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