Diese fünf Fragen hört eine Sextherapeutin am häufigsten

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
In vielen Beziehungen ergeben sich früher oder später Fragen zur Sexualität. (Bild: Getty Images)

Täglich werden Paarberater und Sextherapeuten von ihren Klienten mit unzähligen Fragen konfrontiert. Sie sollen Beziehungsratschläge geben und den Hilfesuchenden auf sexueller Ebene weiterhelfen. Dabei gibt es fünf absolute Dauerbrenner-Fragen, die am häufigsten gestellt werden.

In den meisten längeren Beziehungen ergeben sich früher oder später Fragen um Liebe, Sex, Körperlichkeit und Begehren. Aber auch Singles wenden sich häufig mit der einen oder anderen Frage an einen Sextherapeuten. Die australische „Sexpertin“ Pamela Supple enthüllte gegenüber Yahoo! nun die Top fünf der meist gestellten Fragen aus ihrer täglichen Praxis – und ihre Antworten:

Ist alles in Ordnung mit mir?

Seien es der Körperbau oder spezielle sexuelle Neigungen, häufig sind sich Menschen nicht sicher, ob mit oder bei ihnen alles stimmt. Oft hat es mit gesellschaftlichen Normen oder Vorgaben zu tun, denen sie nicht zu entsprechen glauben. Fehlt es dann an Selbstbewusstsein, den richtigen Gesprächspartnern oder einem gesunden Austausch zu dem Thema, kann schnell eine Unsicherheit entstehen, die sich auf Beziehung und Sexualleben auswirken. Pamela Supple ermutigt ihre Klienten damit, dass jeder Mensch in Liebes- und Sexdingen unterschiedlich tickt und daher keine Richtlinie existiert, an die man sich halten muss oder sollte.

Warum kann ich die Erektion nicht halten?

Man wird intim mit dem Partner oder der Partnerin und die Lust könnte größer kaum sein. Doch plötzlich nimmt die Erektion wieder ab und der innige Moment entwickelt sich zu einer peinlichen Situation. „Oft ist es das Ergebnis von Leistungsangst und der Befürchtung, nicht lange genug beim Geschlechtsverkehr und anderen sexuellen Praktiken durchhalten zu können“, so Sextherapeutin Pamela Supple.

Erektionsprobleme sind keine Seltenheit – eine Sextherapeutin kann hier oftmals Abhilfe schaffen. (Bild: Getty Images)

Als Hilfestellung bespricht Supple dann die sexuelle Vergangenheit der betroffenen Person und versucht herauszufinden, welche geistigen oder eventuell körperlichen Hintergründe Einfluss nehmen könnten. Dabei hinterfragt sie auch den Konsum von Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen, die für eine verkürzte Erektion verantwortlich sein können. Die Dynamik einer Beziehung, das Alter, eine fehlende sexuelle Verbindung zum Partner oder körperliche Eigenheiten können außerdem dafür sorgen, dass die Erektion phasenweise nicht konstant ist.

War das ein Orgasmus?

„Oft konsultieren mich Frauen, die noch nie einen Orgasmus hatten oder kurz davor waren. Sie wollen von mir wissen, wie sie es schaffen können, dorthin zu kommen“, berichtet Supple. In Zusammenhang mit dem unterschiedlichen Erleben von Sexualität und Körperempfinden sei es für manche Frauen eben schwieriger, sexuelles Vergnügen in Form eines Orgasmus zu erleben. Jene Frauen sollten sich, so der häufigste Rat der Sextherapeutin, mit den unterschiedlichen sexuellen Stadien befassen und die Stimulation gegebenenfalls neu erlernen. Die eigene erotische Denkweise sollte es ihnen dann bestenfalls erlauben, sich fallen zu lassen und sich ganz auf das sexuelle Vergnügen einzulassen, so Supple.

Wie erholt man sich von Untreue?

Läuft es in der Beziehung nicht optimal oder ist man langfristig sexuell unbefriedigt, ist nicht selten der Seitensprung das Mittel, zumindest kurzfristig für Abwechslung zu sorgen. Hier rät Supple, sich nicht zu lange mit den Vorwürfen und der Vergangenheit zu beschäftigen, sondern mit dem Partner einen gemeinsamen Neustart zu wagen. Auch im Bett.

Kann ich Sexualität erlernen?

Pamela Supple wird häufig von Klienten gefragt, ob sie Sexualerziehung unterrichte. Dabei freut sie sich immer wieder, wenn Singles, Paare und junge Menschen unterschiedlichster Kulturen und religiöser Überzeugungen sich darum bemühen, ihre Sexualität weiterzuentwickeln. „Ich versuche dann einfach, den Menschen bei ihrer sexuellen Gesundheit zu helfen oder alternative Lebensstile in Bezug auf Sex, Beziehungen und Wohlbefinden zu vermitteln“, so die „Sexpertin“. Je mehr Input und Impulse der Mensch zulässt, desto spannender kann man – auch auf Dauer – sein Beziehungs- und Sexleben gestalten, findet die Expertin.