Diese Frau hatte früher Angst davor, wegen ihres Stoma-Beutels für niemanden begehrenswert zu sein

„Habt ihr Angst davor, nicht begehrenswert zu sein? Hatte ich Angst? Ja. Habe ich gelegentlich noch immer dieses Gefühl? Natürlich! (Bild: Bag Lady Mama/Facebook)

Krystal Miller hatte früher Angst, dass niemand sie begehrenswert finden würde – doch jetzt liebt und schätzt sie ihren Körper so sehr, dass sie keine Angst mehr davor hat, für Fotos zu posieren, die ihren Körper zeigen – trotz Stoma.

Ihren Online-Name Bag Lady Mama verdankt Miller der Tatsache, dass sie vor beinahe elf Jahren einen künstlichen Darmausgang erhielt, der ihr Leben veränderte. Damals war sie 22 und litt – seit sie 15 Jahre alt war – an den Symptomen von Morbus Crohn, die sie damit verglich, „in einen Whirlpool aus Schmerz geworfen“ zu werden. Die Ileostomie wurde gemacht, um die Ausscheidungen aus ihrem Körper zu befördern. Die Ärzte erzeugten chirurgisch ein Loch, das von ihrem Dünndarm zu ihrem Unterleib führt, wodurch die Ausscheidungen durch den Darm und in einen Beutel an der Außenseite ihres Körpers gelangen können.

„Wovor habt ihr Angst?“, frage sie kürzlich in einem mittlerweile viralen Facebook-Beitrag. Miller spricht ganz offen über die Angst, die sie nach der Operation hatte – Ängste, die andere Personen, die dasselbe durchgemacht haben, vermutlich ebenfalls empfinden.

„Habt ihr Angst vor Zurückweisung? Angst vor dieser neuen, überwältigenden körperlichen Veränderung? Habt ihr Angst vor diesem roten Ding an eurem Magen? Habt ihr Angst, es zu verletzen? Habt ihr Angst vor diesen Gefühlen der Trauer und der Verwirrung? Habt ihr Angst davor, nicht begehrenswert zu sein?“

„Hatte ich Angst? Ja. Habe ich gelegentlich noch immer dieses Gefühl? Natürlich!”


What are you afraid of?Are you afraid of rejection? Afraid of this new overwhelming physical change? Change of who you…

Posted by Bag Lady Mama on Friday, August 18, 2017

Miller beschreibt sich selbst als jemand, der alles „zerdenkt“ — auf gewisse Weise ein Segen, da sie in der Lage war, sich „aus all diesen Ängsten und Gedanken herauszudenken.“

„Ich kam zu einer Erkenntnis“, fuhr sie fort. „Mein Beutel würde wahrhaftig all diese ‚A-Löcher’ in meinem Leben aussieben!“

„Ich brauche keine giften Menschen in meinem Leben und ich wusste, dass die Leute, die von mir abgestoßen oder angewidert waren, diejenigen sind, die ein Problem haben. Sie waren ignorant und ich würde trotzdem leben! Ich habe mit den Jahren gelernt, dass Anziehung viele Gesichter hat. Dasselbe gilt für Begehren. Das, was ihr an anderen anziehend findet, reizt mich womöglich gar nicht! Seht mal, jeder ist anders, aber wir alle sind für irgendjemanden schön! Warum solltest du es nicht auch für jemanden sein?“


Seit ihrer Operation hatte Miller zwei Darmresektionen und aktuell sind 1,75 Meter ihres Darms übrig. Sie beschreibt ihren Körper als „vernarbt und ramponiert“ – aber sie hat überlebt.

„Mental gesehen hat es seine Spuren hinterlassen. Es ist hart, zu sehen, dass dieser Körper, den man immer in einer bestimmten Form kannte, völlig verändert ist. Jede Operation ist eine Neuformung. Ich habe meinen Körper angesehen und ihn gehasst. Ich habe die Tatsache verabscheut, dass ich die Operation durchführen lassen musste. Ich war angewidert von meinen Narben und dem Beutel und hatte Angst, dass niemand mich begehrenswert finden kann.“


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Dennoch beharrt Miller darauf, dass sie ihr Stoma (die chirurgische Öffnung in ihrem Bauch) nie gehasst hat – sie habe nur gehasst, dass die Prozedur nötig war. Sie sieht ihren Beutel, ihre Narben und ihren „ramponierten Körper“ an und verspürt Liebe und Wertschätzung. Sie weiß es zu schätzen, wie weit sie gekommen ist und dass sie nicht mehr am Rande des Todes steht.

„Es gab Fremde, die mich begehrenswert fanden und ohne Angst meinen Bauch küssten! Ich wurde über alle Maßen geliebt und ich wurde wegen meinem Beutel sitzengelassen!“, so Miller. „Aber… wen kümmern die schon?!! Mich nicht! Wisst ihr warum?! Weil diese Idioten mich nicht verdienen und ich ihnen nichts schulde! Ihr tut das auch nicht!“

„Ich meine, kommt schon! Selbstbewusstsein ist DAS attraktivste, was jemand haben kann.“


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Leute auf aller Welt feierten Miller für ihren aufrichtigen Beitrag und nennen sie eine Inspiration:

„Du bist eine wunderschöne Frau und für viele so eine große Inspiration“, schrieb Becki. „Ich habe Glück, dass ich nur RDS habe und meine Probleme sind nichts in Vergleich dazu, aber dein Selbstbewusstsein und dein Humor inspirieren alle mit Darmproblemen dazu, sich nicht zu schämen und keine Angst zu haben, darüber zu sprechen, also danke für alles, was du tust!“

„Wie wahr. Ich bewundere dich. Ich bin viermal so alt wie du, ich habe seit über 40 Jahren Morbus Crohn“, kommentierte Gelda. „Wie ich zu meinen drei Töchtern, meinen Schwiegersöhnen und meinen fünf Enkeln sage: ‚Jeder Tag ist ein Geschenk!’“

Nisean Lorde

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