Diese Familie lebt seit drei Jahren im Tiny House in Brandenburg: Welche Tipps sie hat, um den Winter gut zu überstehen

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Max Watzlawek ist 35 Jahre alt und wohnt mit seiner Familie in einem Tiny House in Brandenburg. Auf seinen Youtube- und Instagram-Accounts erzählt er unter dem Alias Max Green von seinem minimalistischen Leben. Im Gespräch mit Business Insider hat er erzählt, wie er und seine Familie den Winter im Tiny House gut überstehen – und was er euch raten würde.

„Wir sind im September vor drei Jahren in unser Tiny House gezogen“, erzählt Max. Damals waren er und seine Frau Noreen noch zu zweit. Sie war allerdings hochschwanger, nur ein paar Wochen später sollte ihre gemeinsame Tochter zur Welt kommen. Die Familie musste also ihre ersten Erfahrungen im neuen Zuhause direkt im Winter sammeln. „Und das war tatsächlich ein sehr harter Winter – mit Temperaturen bis minus zehn Grad.“

Erst einmal musste die kleine Familie sich im Tiny House etwas umstrukturieren. „Wir haben schon vorher viel Zeit miteinander verbracht, aber natürlich muss man sich daran gewöhnen, zukünftig zu dritt auf so kleinem Raum zu wohnen.“ Vor ihrem Umzug lebten die beiden in einer Wohnung mit 80 Quadratmetern – das Tiny House ist nur noch 28 Quadratmeter groß. Max und Noreen mussten also erst einmal schauen, wie sie sich im Alltag organisieren.

„Das Erste, was uns bei den winterlichen Temperaturen direkt aufgefallen ist: Der Fußboden wird ganz schön kalt“, erzählt Max. „Leider wurde der Boden unseres Tiny Houses nicht so gedämmt, wie wir es uns vorgestellt hatten. Deshalb müssen wir mehr heizen, als eigentlich notwendig wäre.“

Zwar sei das Tiny House ansonsten gut gedämmt, aber da die Familie ein Tiny House auf Rädern besitzt, gibt es zwischen dem Erdboden und dem Hausboden einen Luftraum von 30 bis 40 Zentimetern, in dem sich kalte Luft sammeln kann. Den sollte man dem Paar zufolge am besten mit Holz oder Steinen füllen, um ein Auskühlen zu verhindern. Max und Noreen haben sich große Teppiche für ihr Tiny House gekauft, die den Boden etwas wärmer machen, und behelfen sich mit Hausschuhen.

Das Tiny House wird mit Gastherme beheizt

„Wir wollten für unser Tiny House eine Technik haben, die mehrere Anwendungen abdeckt – also zum Beispiel Kochen und Backen, Heizen und Warmwasser-Erzeugung. All das machen wir mit unserer Gastherme“, sagt Max. Diese wird mit einer Gasflasche betrieben, die 33 Kilogramm Propangas enthält.

Im Sommer reicht so eine Flasche, die man in den meisten Baumärkten kaufen kann, etwa fünf bis sechs Monate. Im Winter, bei Temperaturen unter null Grad, ist der Verbrauch deutlich höher: Das Paar muss die Flaschen dann alle drei bis vier Wochen austauschen. Pro Gasflasche zahlt man einmalig eine Pfandgebühr von etwa 60 Euro, eine Füllung mit 33 Kilogramm Gas kostet etwa 55 bis 60 Euro.

Der Winter im vergangenen Jahr war mit bis zu -16 Grad einer der härtesten, erinnert sich Max. „Uns ist damals tatsächlich eine Wasserleitung eingefroren. Da merkt man bei einem Tiny House schon, dass es auch mit den Leitungen knapp werden kann.“

Morgens braucht das Haus etwa 30 Minuten, um aufzuheizen

Um Energie und Kosten zu sparen, lässt die Familie die Heizung nachts meist auf etwa 17 bis 18 Grad laufen. „Nach dem Aufstehen drehe ich sie also erst einmal hoch, während die Mädels im Bett noch ein wenig schlummern“, sagt Max. Eine halbe Stunde später ist das Haus dann mit ungefähr 21 Grad gemütlich warm. „Danach frühstücken wir gemeinsam, worauf wir als Familie viel Wert legen.“ Bei viel Schneefall schaufelt Max im Anschluss die Terrasse und den Weg im Garten frei. Zwei- bis dreimal im Winter und Herbst geht es dann auch aufs Dach.

„An so manchen Tagen bleibt einiges an Schnee liegen. Oder das Laub sammelt sich an.“ Prinzipiell ist das nicht sonderlich dramatisch – das Tiny House wurde ja so gebaut, dass es auch einiges an Last aushält. Aber ab und zu muss Max einiges herunter fegen.

Es sei im Winter außerdem wichtig, regelmäßig die Anlagen im Haus zu checken, sagt Max. „Unsere Gastherme wird alle zwei bis drei Jahre gewartet, aber besonders bei niedrigen Temperaturen schadet es nicht, zu überprüfen, ob alles noch funktioniert – auch die Solaranlage und die Anschlüsse der Ladebatterien.“

Seine Tipps an alle Menschen, die ihren Winter im Tiny House verbringen, sind also: Achtet im Voraus darauf, dass die Wärmeerzeugung reibungslos funktioniert. Egal, ob Gastherme, Heizung oder Kamin: Stellt sicher, dass ihr euer Tiny House sicher und gut beheizen könnt. Achtet schon beim Bau auf eine gute Dämmerung. Und wenn ihr ein Tiny House auf Rädern habt, dämmt den Zwischenraum am Boden mit Holz – damit der Frost vom Erdboden nicht am Fußboden ankommt und eure Füße schön warm bleiben.

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