Luxusprobleme beim BVB: Opfert Bosz nun Sahin?

Christoph Küppers
Peter Bosz steht vor einigen Luxusproblemen beim BVB

Peter Bosz hat aktuell die Qual der Wahl.

29 Spieler umfasst der Kader des BVB-Trainers nach dem Ende der Transferperiode. Auf fast jeder Position sind die Dortmunder nicht nur zweifach, sondern dreifach besetzt.

Noch zu Beginn der Vorbereitung hatte Bosz betont, dass er einen deutlich kleineren Kader bevorzuge. Dennoch wird der Niederländer mit Blick auf die anstrengenden Wochen in drei Wettbewerben froh über die riesige Auswahl sein.


Zumal in Raphael Guerreiro, Andre Schürrle und Marco Reus drei Leistungsträger weiter ausfallen.

Nachdem allerdings Julian Weigl und Marcel Schmelzer wieder vor der Rückkehr in den Spielbetrieb stehen, warten drei extrem harte Entscheidungen auf Bosz. SPORT1 nennt die Schlüsselduelle im aktuellen BVB-Kader.

- Sahin oder Weigl?

Wer wird der Boss im BVB-Mittelfeld? Zweifelsfrei ist Nuri Sahin der größte Gewinner nach dem Trainerwechsel. Bosz machte den 29-Jährigen (auch aufgrund der Weigl-Verletzung) im Sommer zu seinem Chefstrategen im neuen Dreier-Mittelfeld.

Sahin zahlte dieses Vertrauen allerdings auch mit Top-Leistungen zurück. Der Türke gibt den Chef - er ist präsent, gewinnt Zweikämpfe, schlägt Pässe. Zuletzt traf er in der Bundesliga gegen Hertha BSC sogar selbst - sein erstes Liga-Tor seit dem 13.02.2015.


Ausgerechnet jetzt meldet sich Julian Weigl zurück. Der Nationalspieler fiel in der vergangenen Saison mit Top-Leistungen auf der Sechser-Position auf.

Die Krux: Im von Bosz favorisierten Dreier-Mittelfeld mit nur einem "echten" Sechser ist wohl nur für einen Spieler Platz: Sahin oder Weigl.

Auf den anderen Positionen haben sich zuletzt die offensiv agileren Mario Götze und Gonzalo Castro festgespielt. Bosz steht also vor einer harten Entscheidung: Die Tendenz spricht aktuell (noch) für den formstarken Sahin. Weigl lauert aber dahinter.

- Schmelzer oder Zagadou?

Ein weiteres Luxus-Problem hat Bosz auf der linken Abwehrseite. Dort machte der junge Neuzugang Dan-Axel Zagadou zuletzt nach holprigem Start eine gute Figur. Zagadou überzeugte defensiv, schaltete sich gegen die Hertha sogar das eine oder andere Mal nach vorne ein.


Aber: Kapitän Marcel Schmelzer steht nach überstandenem Faserriss vor seiner Rückkehr. Und brennt natürlich auf seinen angestammten Platz hinten links.

Hier spricht die Tendenz eher für den Rückkehrer. Schmelzer wird wohl spielen - auch weil Bosz Zagadou trotz seiner guten Auftritte eher auf seiner Stammposition einplant: in der Innenverteidigung.

- Yarmolenko oder Philipp? 

Auch im Sturm wartet auf Bosz eine harte Entscheidung: Denn mit Andrey Yarmolenko steht der Dembélé-Ersatz in den Startlöchern. Der Ukrainer, für 20 Millionen Euro aus Kiew gekommen, will unbedingt einen Stammplatz im Dreier-Sturm des BVB.

Das ist allerdings gar nicht so leicht: Christian Pulisic ist nach seinen überragenden Vorstellungen in den ersten Spielen vorerst gesetzt.


Weil in der Sturm-Mitte kein Weg an Pierre-Emerick Aubameyang vorbeiführt, bleibt für Yarmolenko nur die Position von Maximilian Philipp, ebenfalls neu gekommen (Freiburg).

Doch das wird gar nicht so einfach. Philipp spielte in den beiden ersten Bundesligaspielen, machte seinen Job gut. Yarmolenko dagegen will sich in Dortmund schnellstmöglich beweisen, kommen doch irgendwann die langzeitverletzten Stammplatz-Kandidaten Schürrle und Reus zurück.

SPORT1 meint: Dem Ukrainer bleibt zunächst nur die Bank. Weil Yarmolenko im Gegensatz zu Philipp noch nicht intensiv mit den neuen Kollegen trainieren und die Bosz-Philosophie verinnerlichen konnte, wird sich er sich zunächst über Kurzeinsätze für höheren Aufgaben empfehlen müssen.