Diese Deutsche will Gold-Sensation Ledecka entzaubern

Dass ihr Angriff auf Olympia-Gold zu einem Geduldsspiel werden würde, war Snowboarderin Ramona Hofmeister bereits vor Wochen klar. Ihr Wettkampf, der Parallel-Riesenslalom, ist für Samstag (Finals 5.30 Uhr im LIVETICKER angesetzt, den vorletzten Wettkampftag in Pyeongchang. 

Als dann auch noch die für Donnerstag angesetzte Qualifikation auf den Renntag verlegt wurde - geschenkt. (Zeitplan der Olympischen Spiele).

"Ob positive oder negative Entscheidung, ist egal, denn wir können es nicht ändern", sagte Hofmeister.

Sie sei "fit und bereit" - an welchem Tag auch immer. Dabei ist Hofmeisters Gegnerin keine Geringere als Ester Ledecka, die seit ihrem Super-G-Gold bei den Alpin-Skifahrerinnen wohl größte Sensation der Olympia-Geschichte. 

Ledecka, sagt Hofmeister, sei "ein Ausnahmetalent" und "eine sehr gute Sportlerin". Aber, ergänzt sie, "noch eine Goldene überlassen wir ihr nicht." (Alle Entscheidungen im Liveticker)

Hofmeister als Ledecka-Schreck 

Hofmeister weiß, wovon sie spricht: Sie ist die einzige Snowboarderin, die Ledecka in deren Paradedisziplin "PGS" in den vergangenen 14 Monaten bezwingen konnte. Ob bei der WM 2017 oder im Weltcup: In 33 von 34 K.o.-Duellen hieß die Siegerin Ledecka. Außer am 28. Januar, bei der Olympia-Generalprobe in Bansko/Bulgarien. "Ein geiles Gefühl", sagt Hofmeister.

Gut, die Tschechin stürzte damals nach wenigen Toren. Doch vor dem erneuten Aufeinandertreffen im Phoenix Snow Park von Bokwang meint Hofmeister selbstbewusst: "Da ist nichts unmöglich, sie ist auch nicht unschlagbar."

Deutsches Quartett kämpft um Medaille

Hofmeister, die in dieser Saison zwei Rennen gewann, bei denen Ledecka nicht startete, führt ein deutsches Quartett an, das auf den Favoritensturz hoffen darf. Selina Jörg stand zweimal auf dem Podium. Anke Wöhrer, in Sotschi Olympia-Zweite, sieht sich nach zwei verlorenen Jahren "fähig, in die Medaillen zu fahren". Carolin Langenhorst stand im Weltcup auch schon mal auf dem "Stockerl". (Der Medaillenspiegel)

An Ledecka aber, sagt Jörg, führe wohl kein Weg vorbei, "wir können uns um die übrigen Plätze schlagen". Die Tschechin mache einfach "keine Fehler", habe auch aufgrund ihres Skitalents eine enorm gute Position auf dem Brett. "Wir können uns alle nur was abschauen von ihr, auch mental."


Ledecka, sagt Jörg, sei "eher der distanzierte Typ". Wie nach ihrem Coup im Super-G habe sie auch im Boarderzirkus meist ihre Skibrille auf. "Sie nimmt sie sehr ungern ab, bewahrt Distanz zu den anderen", sagt Jörg. Sie selbst und auch Hofmeister sind da ganz anders, offener.

Hofmeister, die mit Olympia-Teilnehmer Hansi Höpfl (Halfpipe) liiert ist, trägt im Rennen stets einen Leopardenschal - um sich abzuheben. "Ich bin in der Form meines Lebens", sagt die 21-Jährige, die von Jörg "Mentalitätsmonster" genannt wird. Hofmeister selbst sagt, sie sei vor Rennen immer schon locker gewesen, "nicht so nervös wie die anderen".

"Im Skifahren bin ich eine Niete"

Bei der Olympia-Probe in Bokwang vor einem Jahr wurde sie Vierte, wie auch bei der WM 2017 - im Halbfinale unterlag sie: Ledecka.

Nebenbei noch Skifahren wie die Konkurrentin, sagt Hofmeister, das wäre für sie "eine ganz verrückte Idee, im Skifahren bin ich wirklich eine Niete". Sie gehe ab und an eine Skitour, "aber für mich ist das Runterfahren anstrengender als das Hochgehen".