Diese Aktie ist super günstig bewertet

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Investoren auf der ganzen Welt stellen sich diese Frage immer und immer wieder aufs Neue: Wie finde ich günstige Aktien? Das schwierige an der Sache ist es, die vermeintlich günstigen Aktien von den wirklich günstigen zu unterscheiden.

Du magst dich jetzt fragen, was das bedeuten soll. Ganz einfach, wenn eine Aktie beispielsweise für nur einen Euro gehandelt wird, oder weit von ihrem Allzeithoch entfernt ist, bedeutet das natürlich noch lange nicht, dass das Unternehmen auch wirklich günstig bewertet ist.

Wichtig ist die Situation in der sich das Unternehmen befindet. Es finden sich immer wieder Beispiele hervorragender Unternehmen, deren Aktienkurs stark gefallen ist. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Ein schlechtes Quartalsergebnis kann schon als Auslöser reichen, um den Aktienkurs zu drücken. Wichtig ist, dass das Unternehmen langfristig gute Zahlen erwirtschaften kann.

Aktie notiert trotz guter Zahlen unter Buchwert

Die Münchener Rückversicherung (WKN:843002) ist meiner Meinung nach so ein Fall. Dort gab es zwar keinen Kurssturz, aber einen seit mehreren Jahren stagnierenden Kurs. Beim momentanen Aktienkurs von 175,30 Euro (15.09.2017) liegt das Verhältnis von Buchwert je Aktie zum Aktienkurs bei lediglich 0,9. Der Buchwert beschreibt das Nettovermögen des Unternehmens und lag im Fall der Münchener Rück am Ende des zweiten Quartals bei 194,15 Euro je Aktie. Kauft man nun als Investor Aktien des Unternehmens, bekommt man im Prinzip 194,15 Euro Nettovermögen zum Preis von 175,30 Euro. Wer würde da nein sagen?!

Doch warum ist der Kurs eigentlich so niedrig? Der wichtigste Grund ist das immer noch sehr niedrige Zinsniveau. Das Geschäftsmodell des Unternehmens basiert darauf, die von den Kunden erhaltenen Prämien zu investieren und dadurch zusätzliche Einnahmen zu generieren. Momentan ist es sehr schwierig auf diese Weise viel Geld zu verdienen, was den Gewinn in den letzten Jahren belastet hat. Vor Beginn der Finanzkrise lag der Nettogewinn noch in der Größenordnung von etwa vier Milliarden Euro im Jahr. In den letzten Jahren ist dieser Wert auf etwa 2,5 Milliarden Euro gefallen und für dieses Jahr wurde bisher ein Niveau von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro prognostiziert. Auf Grund der Hurrikane-Schäden in den USA wurde allerdings bereits gewarnt, dass das Ziel verfehlt werden könnte.

Was bedeutet das für die Dividende?

Nun, da der Gewinn durch die niedrigen Zinsen so stark unter Druck geraten ist, dürfte er sich auch wieder erholen, sobald sich das Zinsniveau wieder normalisiert hat. Wann das genau sein wird kann nur noch niemand mit Sicherheit prognostizieren. In der Zwischenzeit bietet die Aktie eine ohnehin schon attraktive Dividende von momentan 8,60 Euro je Anteilschein, die auch über die nächsten Jahre sicher sein dürfte, falls es nicht zu einer Anhäufung gewaltiger Naturkatastrophen kommt.

Beim aktuellen Kurs ergibt sich damit eine Dividendenrendite von 4,9 %. Zusätzlich wird seit Jahren durch den Rückkauf eigener Aktien weiteres Geld an die Anleger zurückgegeben. Dass die Dividende auch in harten Zeiten sicher sein dürfte, beweist die auf der Unternehmensseite veröffentlichte Statistik. Seit 2004 kam es nur in zwei Jahren vor, dass sie nicht angehoben wurde. Eine Kürzung gab es dagegen trotz Finanzkrise, diverser weiterer Krisen und kostspieliger Naturkatastrophen in diesem Zeitraum nicht.

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Dennis Zeipert besitzt Aktien der Münchener Rückversicherung. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2017