Diese Aktie hat mir 100.000 Dollar eingebracht – und jetzt bin ich hier noch optimistischer

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Dividende

Wichtige Punkte vorab:

  • Die Werbelandschaft für Connected TVs ist im Aufwind und wirbelt eine alte Branche durcheinander.

  • Trotz sechsstelliger Gewinne habe ich den Großteil der Aktien aufgrund meiner begrenzten Risikotoleranz verkauft.

  • Die jüngsten Gewinne haben die letzte verbliebene Skepsis weitestgehend ausgeräumt.

Die Aktien des Ad-Technologieunternehmens Magnite (WKN: A2P75A) haben einen erstaunlichen Lauf hinter sich. Das Unternehmen, das als Zusammenschluss von Rubicon Project, einem Anbieter von programmatischer digitaler Werbung, und Telaria, einem Spezialisten für Connected TV (CTV), konzipiert wurde, hat sich von den Tiefstständen des letzten Jahres erholt. Damals wurden die Aktien zu unter 6 US-Dollar gehandelt.

Dank eines Kursanstiegs von 270 % im letzten Jahr hat Magnite langfristigen Anlegern eine Menge Geld eingebracht – inklusive mir. Insgesamt habe ich mit der Aktie durch eine Kombination aus Aktien und einkommenssteigernden Covered-Call-Optionsstrategien etwa 106.000 US-Dollar verdient.

Obwohl ich den größten Teil der Aktien Anfang dieses Jahres verkauft habe, bin ich heute optimistischer, was die Geschäftsaussichten des Wachstumsunternehmens angeht, als ich es zum Zeitpunkt der Erstinvestition war. Doch was steckt dahinter?

Eine disruptive Fusion

In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Haushalte, die ihr Kabel-Abo kündigen, beschleunigt. Viele Amerikaner sind zu Streaming und Connected TVs übergegangen.

Die großen Programmveranstalter haben darauf reagiert, indem sie ihre werbefinanzierten Video-on-Demand (AVOD)-Angebote wie Tubi von Fox Corporation, Hulu von The Walt Disney Company und Pluto TV von ViacomCBS aufgebaut oder erworben haben.

Stattdessen scheint das Ökosystem der Fernsehwerbung eher anfällig für eine Revolution. Viele Prozesse sind nach wie vor ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Menschen verhandeln miteinander, anstatt dass automatisierte programmatische Preisgestaltung und Auslieferung stattfindet. Außerdem fehlen viele Funktionen des digitalen Marketings, die die Wirksamkeit der Werbung maximieren.

Die Inhalte werden weiterhin im Vordergrund stehen, aber CTV bietet verbesserte Werbemethoden, die es Ad-Tech-Unternehmen wie The Trade Desk und Magnite ermöglichen, ihren Anteil zu erhöhen. Gleichzeitig entziehen CTV und Streaming-Dienste dem traditionellen Kabelfernsehen die Aufmerksamkeit.

Aufgrund seiner geringeren Marktkapitalisierung und der Tatsache, dass Telaria einen Vertrag mit Disneys großem AVOD-Dienst Hulu abgeschlossen hat, ist Magnite ein wichtiger Akteur und für die neue Welt des Streamings gut aufgestellt.

Erfolg bringt Probleme mit sich

Die Aktien haben meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Bis zum Jahresende 2020 lag meine Position bei über 150.000 US-Dollar. Das machte einen erheblichen Teil meines Haushaltsnettovermögens aus.

Darüber hinaus traten neue Risikofaktoren auf den Plan. Das Desktop-Werbegeschäft von Magnite sah sich mit einer neuen Bedrohung konfrontiert, als Alphabet und Apple begannen, Cookies von Drittanbietern (3PC) abzuschaffen, die ein wichtiger Bestandteil der Display-Werbung sind.

Als Reaktion darauf begann Magnite, sich stärker auf CTV-Werbung zu stützen, einen schneller wachsenden Werbemarkt, der von Alphabets und Apples 3PC-Entscheidung nicht betroffen war. Dies war eine kluge Entscheidung, aber das Unternehmen entschied sich dafür, den CTV-Spezialisten SpotX für 1,17 Mrd. US-Dollar in bar und in Aktien zu erwerben. Und das war noch nicht alles: Einige Monate später erwarb Magnite eine wesentlich kleinere CTV-Plattform, SpringServe, für 31 Mio. US-Dollar.

Viele Unternehmen haben in der Vergangenheit Akquisitionen als Wachstumsstrategie genutzt, und das geht selten gut aus. Obwohl dies zugegebenermaßen ein Luxus-Problem ist, führte der neu gewonnene Reichtum durch die Aktiengewinne von Magnite zu einer Überkonzentration in meinem Portfolio. Umsichtiges Risikomanagement und neue Risikofaktoren machten es erforderlich, meine Position zu reduzieren.

Gute Aussichten – aber weniger lukrative

Nachdem ich den Großteil meiner Magnite-Aktien verkauft habe, bin ich heute optimistischer denn je, was die weitere Entwicklung des Unternehmens angeht.

Das größte Fragezeichen zum Zeitpunkt des Kaufs war, ob das Unternehmen eine erfolgreiche Fusion durchführen und gleichzeitig den Anteil am CTV-Geschäft weiter steigern könnte. Auch wenn der Markt die zweite Übernahme vorübergehend bejubelte, schätzte ich das Risiko durchaus hoch ein.

Es ist noch zu früh, aber die Ergebnisse von Magnite im zweiten Quartal deuteten auf ein Unternehmen hin, das richtig rund läuft. Dank CTV meldete Magnite ein Umsatzwachstum von 170 % im Jahresvergleich. Das entspricht einem Anstieg von 79 %, wenn man frühere Fusionen und Kosten für die Verkehrsakquisition berücksichtigt.

Schließlich konnte das Unternehmen den bereinigten Gewinn pro Aktie von einem Verlust im Vorjahresquartal in einen Gewinn von 0,11 US-Dollar umwandeln. Das Quartal trug wesentlich dazu bei, die Bedenken hinsichtlich der riskanteren Wachstumsstrategie des Unternehmens durch Akquisitionen zu zerstreuen.

Leider bedeutet optimistisch zu sein nicht, dass man ähnliche Renditen erwarten kann. Um sein Investment in weniger als einem Jahr zu verdreifachen, braucht man mehr als eine großartige Investitionsidee. Und natürlich das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Die Pandemie war für viele Anleger eine einmalige Chance. Es ist schwer vorstellbar, dass sich so eine Situation in naher Zukunft wiederholen wird.

Langfristig gesehen ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass man den Markt schlagen wird, wenn man starke Unternehmen in wachstumsstarken Branchen hält.

Der Artikel Diese Aktie hat mir 100.000 Dollar eingebracht – und jetzt bin ich hier noch optimistischer ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Magnite und The Trade Desk. Jamal Carnette besitzt Aktien von Magnite, Inc, The Trade Desk und Walt Disne. Dieser Artikel erschien am 17.8.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

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