Diese 72-jährige Milliardärin und Spiele-Entwicklerin berät den reichsten Mann Japans

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Masayoshi Son ist nicht nur Chef des weltgrößten Technikinvestors Softbank, sondern auch der reichste Mann Japans. Am Mittwoch hat die Investorlegende nun mit Keiko Erikawa eine der einflussreichsten Frauen in der Technikwelt in den Softbank-Verwaltungsrat geholt. Das berichtet das „Handelsblatt“. Masayoshi habe den Aktionären die Videospielpionierin und Gründerin des Videospielentwicklers Koei wärmstens empfohlen. Sie sei eine großartige Unternehmerin und habe in der Videospielindustrie über Jahrzehnte erfolgreich expandiert. Son „respektiere und verehre sie“, wird er vom „Handelsblatt“ zitiert.

Erikawa, die nicht nur eine Ikone der japanischen Spieleindustrie sei, sondern auch eine der ganz wenigen weiblichen Führungspersönlichkeiten in Japan, passe ganz in Sons Schema. Der Unternehmer umgebe sich in seinem Verwaltungsrat gerne mit meinungsstarken Gründern, Managern und Experten. Erikawa werde die ehemalige Bankerin und Professorin Yuko Kawamoto ersetzen, die nun Japans Nationale Personalbehörde leite.

Ehepaar Erikawa kommt gemeinsam auf ein Nettovermögen von 3,5 Milliarden US-Dollar

Ihre Karriere habe zunächst eher klein angefangen. Also Tochter einer wohlhabenden Familie studierte Erikawa in den 60er-Jahren zunächst Design und bereiste Europa, bevor sie als Zeichnerin bei einer lokalen TV-Station anheuerte. Ihren späteren Ehemann Yoichi, den heutigen CEO von Koei Tecmo, habe sie damals selbst als Teilzeitkraft eingestellt. Die Machtverhältnisse des Teams hätten sich immer wieder geändert. Es sei eine „Berg-und-Tal-Fahrt“ gewesen.

Ende der 1970er Jahre habe das Ehepaar dann zusammen Koei gegründet und Programme für die Computerindustrie entwickelt – ganz wie Softbank-Gründer Son. Sie habe auch schnell Funktionen in Computerverbänden übernommen. Anfang der 80er Jahre seien die beiden dann durch erotische Videospiele in den Massenmarkt expandiert und hätten sich dort schnell mit ihren historischen Militärsimulationen einen Namen gemacht. Ihr Unternehmen fusionierte 2009 mit dem Publisher Tecmo und ist als Koei Tecmo Holdings an der Tokioter Börse gelistet. Gemeinsam kommt das Ehepaar laut „Forbes“ auf ein Nettovermögen von 3,5 Milliarden US-Dollar.

Koei Tecmo nach Einstieg in Handyspiele und Expansion in China aktuell stark aufgestellt

Erikawa habe schon früh darauf geachtet, Frauen und Männer gleich zu bezahlen und Mütter nach der Erziehungszeit wieder einzustellen. Damit sei sie ihrer Zeit weit voraus gewesen, so das „Handelsblatt“. Auch unternehmerisch habe sie diese Sensibilität umgesetzt und schon früh das Marktpotenzial von Spielen erkannt, die auf weibliche Nutzer zugeschnitten sind, erklärte Videospielexperte Serkan Toto der Wirtschaftszeitung. Nach dem Start dieser Spiele habe Erikawa die internationale Expansion ihres Unternehmens verfolgt und sei zur festen Größe in Japans Wirtschaftswelt geworden.

Im Fiskaljahr 2020 konnte Koei Tecmo seine Umsätze deutlich steigern – von umgerechnet etwa 322 Millionen Euro im Vorjahr auf gut 456 Millionen Euro. Damit spielt das Unternehmen zwar nicht in derselben Liga wie die Branchengrößen Nintendo oder Sony. Nichtsdestotrotz sei Koei Tecmo aber stark aufgestellt, insbesondere nachdem es sein Portfolio zuletzt stark erweitert habe. Das Unternehmen entwickelt nun auch Handyspiele und expandiere stark in den chinesischen Markt, so Toto zum „Handelsblatt“. Das sei auch der Grund für den starken Anstieg der Unternehmensaktien seit etwa Anfang 2020.

Für den Softbank-Verwaltungsrat qualifiziere sie sich Erikawa aber nicht nur durch ihre Erfolge als Unternehmerin, so das „Handelsblatt“ weiter. Sie sei auch selbst erfolgreiche Investorin – ihr Unternehmen listete im vergangenen Geschäftsjahr Aktienbeteiligungen im Wert von einer Milliarde US-Dollar. Und als Freundin Sons gehöre sie zu den Personen, die dem Softbank-Gründer bei der Suche nach dem nächsten Einhorn die Meinung sagen können.

sb

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