Diese 6 Dividendenaktien schütten zusammen 82 Milliarden USD pro Jahr an ihre Aktionäre aus

Sean Williams
·Lesedauer: 7 Min.

Wer den Aktienmarkt langfristig schlagen will, sollte den Kauf von Dividendenaktien in Betracht ziehen.

Laut einer Analyse von J.P. Morgan Asset Management haben Dividendenaktien in der Vergangenheit die nichtdividendenzahlenden Aktien geschlagen. Zwischen 1972 und 2012 erzielten börsennotierte Unternehmen, die ihre Ausschüttung starteten und erhöhten, im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 9,5 %. Im Vergleich dazu kamen Aktien, die keine Dividenden ausschütten, im gleichen Zeitraum auf einen durchschnittlichen jährlichen Gewinn von 1,6 %.

Diese Diskrepanz sollte niemanden überraschen. Unternehmen, die eine Dividende zahlen, sind fast immer profitabel, haben in der Regel klare langfristige Strategien und bieten bewährte Geschäftsmodelle.

Die folgenden sechs Dividendenaktien sind perfekte Beispiele dafür. Zusammengenommen werden sie in diesem Jahr voraussichtlich rund 82 Milliarden USD an Dividenden ausschütten.

Microsoft: 16,93 Milliarden USD

Bei der 0,96%igen Rendite von Microsoft (WKN: 870747) würde man es wahrscheinlich nicht vermuten, doch das Unternehmen schüttet jährlich mehr Einkommen an seine Aktionäre aus als jedes andere börsennotierte Unternehmen in den USA. Zusammengezählt sind es etwas mehr als 16,9 Milliarden USD.

Der Grund für die enorme Ausschüttung von Microsoft ist eine Kombination aus Cloud-Wachstum und margenstarkem Legacy-Cashflow. Der Umsatz aus dem Intelligent-Cloud-Segment des Unternehmens wuchs im letzten Quartal um 23 % auf 14,6 Milliarden USD, wobei der Umsatz mit Azure um 50 % stieg. Die Umsätze mit Cloud-Diensten sind auf einer Vielzahl von Plattformen des Unternehmens anwendbar. Das bedeutet, dass Microsoft mehrere Möglichkeiten hat, margenstarkes zweistelliges Wachstum bei Unternehmen und Verbrauchern zu erzielen.

Der Konzern erwirtschaftet außerdem immer noch eine gesunde Menge an Cashflow aus seinem alten Geschäft. Die Windows-Franchise mag nicht mehr die große Wachstumsstory sein, aber sie bleibt das wichtigste Betriebssystem für PCs.

Mit fast 132 Milliarden USD an Barmitteln und Äquivalenten in der Bilanz und 68 Milliarden USD an operativem Cashflow in den letzten zwölf Monaten kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass das Dividendenwachstum weitergeht.

AT&T: 14,85 Milliarden USD

Der Telekommunikationsriese AT&T (WKN: A0HL9Z) hat schon einige Wachstumszyklen hinter sich. Mittlerweile hat das Management verstanden, dass seine Rolle bei der Steigerung des Shareholder Value darin besteht, alles zu tun, um seine lukrative Rendite von 7 % aufrechtzuerhalten. In diesem Jahr wird AT&T voraussichtlich mehr als 14,8 Milliarden USD an Dividendeneinnahmen ausschütten.

Die gute Nachricht für Einkommenssuchende ist, dass die Führungskräfte von AT&T die Ausschüttung des Unternehmens stützen will. Das Unternehmen kündigte vor Kurzem den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an der Tochtergesellschaft DIRECTV an. Das ermöglicht es dem Unternehmen, seine Schulden abzubauen. Darüber hinaus hat AT&T im letzten Jahr Aktienrückkäufe gestoppt. So wird sichergestellt, dass der Cashflow die hohe Dividende tragen kann.

Trotz seines relativ langsam wachsenden Betriebsmodells hat AT&T einige organische Katalysatoren in Aussicht. Die Einführung von 5G-Netzwerken sollte zu einem Anstieg der operativen Margen im Mobilfunkbereich führen. Unternehmen und Verbraucher werden die Gelegenheit nutzen, ihre Geräte aufzurüsten.

Darüber hinaus nimmt der Streaming-Dienst HBO Max von AT&T an Fahrt auf. Da WarnerMedia seine Filme 2021 auf HBO Max am selben Tag veröffentlicht, an dem sie in die Kinos kommen, sollte es keine Probleme geben, neue Abonnenten zu gewinnen.

ExxonMobil: 14,72 Milliarden USD

Trotz eines harten Jahres 2020, in dem die Rohölnachfrage stark einbrach, hat der integrierte Öl- und Gasriese ExxonMobil (WKN: 852549) an seiner 6,3%igen Ausschüttung festgehalten. Man hat nicht die Absicht, die Dividende zu kürzen oder einzustellen.

Das Betriebsmodell von ExxonMobil ist ein Grund dafür, dass das Unternehmen die Achterbahnfahrt der Rohölnachfrage im letzten Jahr besser überstanden hat als viele seiner Konkurrenten. Als integriertes Unternehmen kann sich ExxonMobil auf seine nachgelagerten Geschäftsbereiche (Raffinerien und Chemikalien) verlassen, wenn die im Allgemeinen lukrativeren vorgelagerten Bohrungen mit niedrigeren Rohölpreisen zu kämpfen haben. Wenn die Ölpreise fallen, profitieren die Raffinerien und Chemiewerke von niedrigeren Kosten.

Darüber hinaus hat ExxonMobil verschiedene Hebel, um seine finanziellen Aussichten zu verbessern. Letztes Jahr hat das Unternehmen etwa 10 Milliarden USD von seinem Investitionsplan vor der Pandemie gestrichen. In diesem Jahr wird ExxonMobil voraussichtlich nur zwischen 16 und 19 Milliarden USD für Investitionen ausgeben. Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch der Pandemie waren für 2020 Investitionen in Höhe von 30 bis 33 Milliarden USD geplant.

ExxonMobil investiert weiterhin vorsichtig in hocheffiziente Projekte. Der Konzern sollte von einem stetigen wirtschaftlichen Aufschwung nach der Pandemie profitieren.

Apple: 13,77 Milliarden USD

Es ist vielleicht keine Überraschung, dass der Tech-König Apple (WKN: 865985) eines der dividendenstärksten Unternehmen an der Wall Street ist. Interessanterweise ist die Gesamtausschüttung von Apple in den letzten Jahren etwas gesunken, da das Unternehmen aggressiv seine Stammaktien zurückkauft. Dennoch ist eine geschätzte Ausschüttung von 13,77 Milliarden USD im Jahr 2021 nicht zu verachten.

Wie viele Investoren wahrscheinlich wissen, wäre der Weg von Apple zum größten börsennotierten Unternehmen in den USA ohne seine Kernprodukte nicht möglich gewesen. Insbesondere Apples iPhone hat es dem Unternehmen ermöglicht, einen bedeutenden Teil des US-Marktanteils und einen beachtlichen Prozentsatz des internationalen Smartphone-Anteils zu erobern.

CEO Tim Cook erwartet jedoch, dass sich Apple langfristig in ein Unternehmen für Plattformen und Dienstleistungen verwandelt. Die margenstarken Dienstleistungen und der Vorstoß des Unternehmens in den Bereich der Wearables haben das Potenzial, höhere operative Margen und einen beständigeren Cashflow zu erzielen.

Mit einem operativen Cashflow von fast 89 Milliarden USD im laufenden Jahr erscheint Apples Ausschüttung felsenfest.

JPMorgan Chase: 10,98 Milliarden USD

Unter den großen Banken schüttet JPMorgan Chase (WKN: 850628) die höchste Belohnung an seine Aktionäre aus. Unter der Annahme, dass die derzeitige Ausschüttung gleich bleibt, wird die Bank im Jahr 2021 fast 11 Milliarden USD an Dividendeneinnahmen an die Investoren ausschütten.

Interessant ist, dass JPMorgan Chase einen interessanten dualen Wachstumsansatz verfolgt. Während es wie andere Bankaktien aggressiv in digitale Initiativen investiert – und im vierten Quartal 2020 mit einem Anstieg der aktiven mobilen Kunden um 10 % belohnt wurde –, eröffnet es auch Filialen in neuen Märkten. Da viele seiner Konkurrenten Geschäftsstellen schließen, um die zinsunabhängigen Kosten zu senken, scheint CEO Jamie Dimon die Bedeutung des lokalen Engagements für Kunden und Unternehmen erneut zu betonen.

JPMorgan hat zudem seine Lektion aus der Finanzkrise vor mehr als einem Jahrzehnt gelernt. Heute ist das Unternehmen viel besser gegen Rezessionen gewappnet und hat risikoreichere Derivatinvestitionen, die das Unternehmen in Schwierigkeiten bringen könnten, weitgehend vermieden. Dank der Konzentration auf das wichtigste Segment (Kredit- und Einlagenwachstum) sowie die Betonung digitaler Transaktionen scheint JPMorgan eine gesunde Rendite erwirtschaften können.

Verizon: 10,39 Milliarden USD

Auch Verizon (WKN: 868402) kann mit einer ordentlichen jährlichen Dividendenzahlung aufwarten. Wenn die bisherige vierteljährliche Ausschüttung unverändert bleibt, wird Verizon in diesem Jahr fast 10,4 Milliarden USD an Dividendeneinnahmen an seine Aktionäre ausschütten.

Ähnlich wie sein Konkurrent AT&T dürfte Verizon auf Jahre hinaus von der 5G-Revolution profitieren. Es ist ein Jahrzehnt her, dass Unternehmen und Verbraucher eine spürbare Erhöhung der Download-Geschwindigkeiten erlebt haben. Das macht den Weg frei für einen massiven und mehrjährigen Technologie-Upgrade-Zyklus. Da Mobilfunkunternehmen wie Verizon einige ihrer größten Margen aus dem Datenverbrauch generieren, sollten sich die Ausgaben für Infrastruktur-Upgrades als lohnenswert erweisen.

Zusätzlich zur aggressiven Ausweitung seiner 5G-Reichweite will Verizon die kürzlich getätigten Käufe im 5G-Mittelbandspektrum nutzen, um feste Breitbanddienste für Privatkunden bereitzustellen. Man erwartet, dass die Breitbanddienste von Verizon bis 2023 bis zu 30 Millionen US-Haushalte erreichen könnten.

Wie AT&T ist auch Verizon ein langsam wachsendes Unternehmen. Aber die Transparenz und Vorhersehbarkeit des Cashflows machen es zu einer grundsoliden Dividendenaktie.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Microsoft und empfiehlt Aktien von Verizon Communications. Sean Williams besitzt Aktien von AT&T und ExxonMobil. Dieser Artikel erschien am 28.3.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021