Diese 4 cleveren Geldtipps hören Kunden nur ungern — aber sie lohnen sich, sagen Finanzplanern

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Es gibt gewisse Ratschläge zu Vermögensfragen, die viele Menschen abschrecken, die aber für das langfristige finanzielle Wohlergehen entscheidend sind. Dazu gehören Ratschläge wie „Ihr braucht ein Budget" und „Beginnt früh für den Ruhestand zu sparen".

Finanzberaterinnen und Finanzberater wissen besser als jeder andere, welche Ratschläge in der Regel unbeachtet bleiben, obwohl sie unbedingt berücksichtigt werden sollten. Deshalb haben wir ein paar Profis nach den Finanzweisheiten gefragt, die die Leute so ungern hören — und warum es sich lohnt, diese Ratschläge zu beherzigen.

1. Vermögensaufbau ist ziemlich langweilig

Auf dem Weg zu Wohlstand müsst ihr keine spektakulären Geschäftsideen haben oder ein dickes Erbe antreten, um euer Geld zu vermehren. Vielmehr ist der Weg zum Vermögensaufbau ziemlich langweilig und unterscheidet sich eigentlich nicht von der Arbeit an einem anderen Lebensziel. "Es erfordert Zeit, Energie und Disziplin, die nicht jeder aufbringen will", sagt Brett Koeppel, Finanzplaner und Gründer von Eudaimonia Wealth. "Genau wie bei einem gesunden Lebensstil zeigen sich die Ergebnisse unserer Bemühungen nicht so schnell, wie wir es erwarten."

Ihr könnt euer Geld vermehren, indem ihr auf steuerbegünstigten Konten oder mit einer Rentenversicherung Geld anspart. Auf diese Weise könnt ihr das Sparen für eure verschiedenen finanziellen Ziele automatisieren. "Es ist viel schwieriger, konsequent auf ein Sparkonto einzuzahlen, sobald das Geld auf dem eigenen Girokonto ist", sagt Koeppel. "Das ist im Grunde nichts anderes, als sich zu wünschen, dass wir einen Salat und nicht ein Stück Pizza kaufen, wenn wir hungrig sind. Für die meisten von uns ist der Kampf bereits verloren, wenn wir uns nicht die Zeit genommen haben, die Mahlzeiten für die Woche vorzubereiten.“

2. Ihr habt nicht genug Geld für den Ruhestand gespart

Leider ist das ziemlich häufig der Fall. Laut dem National Institute for Retirement Security geben 68 Prozent der US-Amerikaner an, dass sie nicht in der Lage sind, genug zu sparen, um im Ruhestand finanziell abgesichert zu sein. "Je früher die Kunden mit dem Sparen für den Ruhestand beginnen, desto besser", sagt der Finanzplaner Jovan Johnson von Piece of Wealth Planning. "Es ist erheblich schwieriger, den Rückstand bei der Altersvorsorge aufzuholen, da weniger Zeit bleibt, um den Zinseszinseffekt zu nutzen."

Wer zu spät anfängt, hat dennoch einige Möglichkeiten, den Rückstand bei den Rentenersparnissen aufzuholen. Johnson empfiehlt auch folgende Optionen in Erwägung zu ziehen: Ihr könnt entweder später in den Ruhestand gehen oder im Ruhestand Teilzeit arbeiten und auf einige Aspekte des derzeitigen Lebensstils verzichten, um mehr für den Ruhestand zu sparen.

3. Ja, ihr braucht ein Budget

Es kommt nicht darauf an, wie viel Geld ihr verdient, sondern darauf, wie ihr mit eurem Geld umgeht. Und das fängt damit an, dass ihr ein Budget erstellt, einen Sparplan habt und eure Finanzen realistisch einschätzt. Niemand hört gerne, dass er ein Budget braucht, sagt Michael Kelly, Finanzplaner und Präsident von Switchback Financial. "Das Wort 'Budget' klingt wie Fingernägel auf einer Tafel", sagt Kelly. „Die meisten Menschen denken sofort an Einschränkungen und an ein 'langweiliges' Leben."

Doch in Wirklichkeit ist die Budgetierung ein Grundpfeiler der finanziellen Unabhängigkeit. "Egal, wie wir die Steuervorteile nutzen oder die Investitionen optimieren, es nützt nichts, wenn wir nicht mehr Geld einnehmen als ausgeben", sagt Kelly. Doch Finanzplanung muss nicht zwangsläufig restriktiv, zeitaufwändig oder schwierig sein. Macht es euch leicht, indem ihr eure Rechnungen so weit wie möglich automatisiert und Methoden wie das schuldenfreie Budget ausprobiert, die euch keine Probleme bereiten. "Es geht darum, die Haushaltsplanung als eine Methode für bewusste Ausgaben zu etablieren, um ein Gleichgewicht zwischen einem aufregenden Leben heute und dem Sparen für die Zukunft zu schaffen", erklärt Kelly.

4. Die eigene Altersvorsorge sollte Vorrang vor der Hochschulausbildung der Kinder haben

Als Eltern bekommt man vermittelt, dass das Wohlergehen der Kinder an erster und die eigenen Bedürfnisse an zweiter Stelle stehen. So ist die Vorstellung, dass die Altersvorsorge Vorrang vor der Hochschulausbildung der Kinder haben sollte, ein heikles Thema und für manche Leute nur schwer zu begreifen. Aber wie im Flugzeug, wo man zuerst seine eigene Sauerstoffmaske aufsetzen soll, bevor man anderen hilft, gilt das auch für Finanzen, sagt Johnson. „Ihr müsst euch zuerst um eure eigenen aktuellen Bedürfnisse und euren Ruhestand kümmern, bevor ihr an die Finanzierung der Ausbildungskosten eures Kindes denkt", sagt Johnson. „Für eure Kinder gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihre Ausbildung zu finanzieren — Stipendien, Zuschüsse, Darlehen. Im Hinblick auf euren Ruhestand gibt es jedoch nur sehr wenige Möglichkeiten, wenn ihr nicht ausreichend Geld gespart habt".

Mit anderen Worten: Ihr könnt zwar einen Kredit aufnehmen und euch um finanzielle Unterstützung für die Ausbildung eures Kindes bemühen, aber ihr könnt keinen Kredit für eure Rente aufnehmen. Um mit dem Sparen für den Ruhestand zu beginnen, solltet ihr euch über die von eurem Arbeitgeber geförderte und zusätzliche Rentenversicherungen und weitere Altersvorsorgepläne informieren, die ihr auf eigene Faust eröffnen könnt.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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