Die unterschwellige politische Botschaft des Kleides in Michelle Obamas Porträt

Barack und Michelle Obama enthüllten am 12. Februar ihre Porträts für die Smithsonian’s National Portrait Gallery und obwohl natürlich das Porträt des ehemaligen Präsidenten im Fokus stand – ein farbenfrohes Bild Obamas vor einem Blumen-Motiv von Kehinde Wiley – sind im Porträt der ehemaligen First Lady einige geheime Botschaften versteckt.

Das Kleid, das von Michelle Smith von Milly entworfen wurde, links, und Amy Sheralds Porträt von Michelle Obama (Bild: Getty Images)

Künstlerin Amy Sherald kreierte Michelle Obamas Porträt, auf dem sie ein maßgeschneidertes Neckholder-Kleid mit geometrischem Muster trägt, das von Michelle Smith, Creative Director bei Milly, entworfen wurde. Auf den ersten Blick differenziert das Kleid Obama durch sein Muster und den Schnitt: Es ist ein ärmelloses gemustertes Kleid mit Taschen, anders als alles, was ihre FLOTUS-Vorgängerinnen je getragen haben, und evoziert das gleiche Gefühl von Zugänglichkeit und Sensibilität, das Obama während ihrer Amtszeit vermittelte.

Der Schnitt reflektiert ihre zukunftsweisende Sensibilität

“Es war eine absolute Ehre für das offizielle präsidiale Porträt von Frau Obama an ihrem Kleid zu arbeiten. Ich kleidete Frau Obama während ihrer Amtszeit für mehrere Anlässen ein, deshalb bin ich dankbar, etwas kreieren zu können, wodurch sie künftigen Generationen für immer in Erinnerung bleiben wird“, ließ Smith Yahoo Lifestyle über einen Sprecher mitteilen. „Der moderne Schnitt des Kleides reflektiert perfekt ihre zukunftsweisende Sensibilität und ich bin überglücklich, dass ich ein kleiner Teil dieser wegweisenden und positiven Präsidentschaft sein kann.“

Aber es ist Obamas Entscheidung für Milly als Designer, die die direkteste politische Aussage sendet: Smith ist bekannt für ihren offenen Aktivismus. Im vergangenen September entwarf sie T-Shirts, die 100 Jahre Planned Parenthood feierten und deren Einnahmen zu 100 Prozent an die gemeinnützige Gesundheitsorganisation für Frauen gingen.

“Wir stehen ein für weibliche Emanzipation”

Damals erzählte die Designerin Yahoo Lifestyle, dass Trumps Wahlsieg ein „ernsthafter Weckruf [sei], um etwas zu tun“, und sie dazu inspirierte, bei ihrer Modenschau im Februar 2017 als Anspielung auf die Feministin und politische Aktivistin Gloria Steinem „Steinem AF“-T-Shirts zu verteilen. „Wir stehen ein für weibliche Emanzipation, dafür, anderen zu helfen und für LGBTQ-Rechte und wir wollen, dass es alle wissen. Wir verstecken es nicht“, sagte Smith über Milly. „Jetzt mehr als je zuvor, wenn wir uns bedroht fühlen, ist es an der Zeit, es zu sagen.“

Laut einem Artikel in der Washington Post soll Smith gesagt haben, Obamas Kleid „basiere auf einem [Kleid] aus ihrer Milly Frühjahrskollektion 2017. In dieser Saison sei Smith von einem „Verlangen nach Gleichheit, Gleichheit bei Menschenrechten, Rassengleichheit, LGBTQ-Gleichheit“ inspiriert gewesen. Eines der wiederkehrenden Elemente der Kollektion waren variierende Formen von Schnürungen und Bändern. Die Details sollten das Gefühl suggerieren, als „würde man zurückgehalten…das wir noch nicht angekommen sind. Die Ziellinie ist noch weit entfernt.“

Im Video: Gemälde der Obamas enthüllt

Es ist nicht das erste Mal, dass Michelle Obama etwas von Smith trug. Auf ihren letzten Fotos im Weißen Haus, kurz vor US-Präsident Trumps Amtseinführung, war sie auf der Treppe mit ihren Familienhunden Bo und Sunny in einem schwarz-weißen, gestreiften, hochgeschlossenen Milly-Kleid zu sehen.

Die Obamas haben vielleicht das Weiße Haus verlassen, aber ihre Entscheidungen – sowohl modisch als auch anderweitig – werden ihr Vermächtnis weitertragen.

Alexandra Mondalek

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