Die Mercers: Diese Milliardärs-Familie will Trump-Gegner bekämpfen

Die Familie Mercer hat Trump aktiv im Wahlkampf unterstützt. (Bild: AP Photo/Charles Rex Arbogast)

Mehrere Millionen Dollar hat die Mercer-Familie bereits in die Unterstützung Donald Trumps investiert. Über die Milliardäre selbst ist jedoch nur wenig bekannt.

Robert Mercer lebt zurückgezogen und gilt als äußerst wortkarg. Dabei hätte er sicherlich einiges zu erzählen: Der 71-Jährige ist erfolgreicher Hedgefonds-Manager, seine Familie gehört zu den reichsten in den USA. Und kaum ein anderer Multimilliardär nutzt sein Vermögen so nachdrücklich, um politische Ziele zu verfolgen.

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Wie im Februar bekannt wurde, ist die Mercer-Familie Miteigentümer des rechtspopulistischen Nachrichtenportals „Breitbart News“. Nachdem Robert Mercer 2011 Steve Bannon kennenlernte, steckte er laut „Süddeutsche Zeitung“ zehn Millionen Dollar in die Entwicklung des rechten Medienimperiums.

Der jüngst ausgeschiedene Trump-Chefstratege und nun erneute „Breitbart“-Redaktionsleiter Bannon wurde schnell zum engen Vertrauten und politischen Berater der Mercer-Familie. Vor allem Robert Mercers Tochter Rebekah gilt als Fan von „Breitbart News“. Laut den Recherchen der „Süddeutschen“ soll sie es gewesen sein, die Donald Trump dazu brachte, Bannon ins Weiße Haus zu holen – quasi als Gegenleistung für Spenden in zweistelliger Millionenhöhe.

Auch andere Amtsvergaben sollen ganz im Interesse der Mercers geschehen sein, etwa die Ernennung des erzkonservativen Jeff Sessions zum Justizminister oder die Verpflichtung des mittlerweile wieder ausgeschiedenen Michael Flynn als Sicherheitsberater. Trump-Beraterin Kellyanne Conway soll ebenfalls auf Anraten der Mercers eingestellt worden sein.

Am Wochenende soll sich Robert Mercer für mehrere Stunden mit Steve Bannon getroffen haben, um die Zukunft von „Breitbart News“ zu besprechen. Wie die News-Website „Axios“ berichtet, wollen die beiden das Portal weiter ausbauen, um gegen die „Globalisten“ in Trumps Administration vorzugehen – allen voran die Präsidententochter Ivanka Trump sowie Schwiegersohn Jared Kushner, die vor allem Bannon als zu gemäßigt gelten.

Breitbart-Chef Steve Bannon ist ein enger Vertrauter der Mercers. (Bild: AP Photo/Carolyn Kaster)

Neben zahlreichen Spenden der Mercer-Stiftung an Organisationen aus dem rechten Spektrum erwarb der Multimilliardär Anteile an der Big-Data-Firma „Cambridge Analytica“. Deren Datenanalysen sollen es unter anderem einfacher machen, auf die Wahrnehmung potenzieller Wähler einzuwirken.

So ist es gar nicht nötig, dass Mercer, der Politiker für korrupte Betrüger, Armut für eine menschliche Schwäche und den Klimawandel für eine Lüge hält, selbst öffentlich das Wort ergreift. Er zieht im Hintergrund die Strippen – auch dank seiner enormen finanziellen Möglichkeiten.

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