Die Kampfeinsätze der deutschen Bundeswehr

Ein ECR Tornado der deutschen Bundeswehr macht sich 2013 auf den Weg zum türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Von der Sicherung des Mittelmeerraums bis zur Bekämpfung des „Islamischer Staats“: Deutschlands Bundeswehr ist in zahlreichen Krisengebieten im Einsatz.

Die Reaktion der deutschen Bundesregierung, die amerikanisch-französisch-britischen Luftschläge gegen das syrische Assad-Regime zwar formell zu unterstützen, aber sich nicht aktiv daran zu beteiligen, löste eine heftige Kontroverse aus. Während manche den Militärschlag als völkerrechtswidrig bezeichneten, kritisierten andere die Zurückhaltung Merkels und forderten eine Beteiligung an militärischen Interventionen.

Etwa 3900 Bundeswehrsoldaten sind laut „Spiegel“ im Ausland stationiert. Der gefährlichste Einsatz dabei: die Stationierung im Norden Malis. Einen Überblick über die Auslands-Einsätze der Bundeswehr finden Sie hier.

Kosovo (seit 1999): Luftangriffe und Überwachung der Entmilitarisierung

1999 beteiligte sich die Bundeswehr zum ersten Mal an einem Kampfeinsatz: Im Kosovo-Krieg flogen deutsche Tornados, gemeinsam mit anderen NATO-Ländern, Luftangriffe in Serbien. Als Teil der NATO-Sicherheitstruppe Kosovo Force (KFOR) blieben deutsche Soldaten auch nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo präsent, um das Militärisch-Technische Übereinkommen (MTA) – eine Art Entmilitarisierungsabkommen – zu überwachen sowie humanitäre Hilfe zu leisten.

Afghanistan (2001-2014): Bodentruppen im Auftrag des NATO-Sicherheitsprojekts „ISAF“

2002 entsandte Deutschland erstmals Bodentruppen. Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 und dem Einsatz in Afghanistan war dies ein Auftrag des NATO-Sicherheitsprojektes „International Security Assistance Force” (ISAF). Der ursprüngliche Auftrag von ISAF war es, die Region Kabul vor den Taliban, vor al-Qaida sowie vor anderen Kriegsherren zu beschützen. Später weitete sich die Mission auf ganz Afghanistan aus.

Deutschlands damaliger Verteidigungsminister Peter Struck sprach zu dieser Zeit davon, dass es die Aufgabe der Bundeswehr sei, Deutschlands Sicherheit „auch am Hindukusch“ zu verteidigen. Rund 8,9 Milliarden Euro kostete der Einsatz, 56 Soldaten mussten dabei ihr Leben lassen. Die ISAF-Mission endete 2014.

Kanzlerin Merkel bei einem Besuch der Bundeswehr-Soldaten im afghanischen Kundus. (Bild: KAY NIETFELD/AFP/Getty Images)

Libanon (seit 2006): Kontrolle der Seewege im Rahmen der UN-Mission „UNIFIL“
Seit 2006 soll die UN-Mission „UNIFIL“ den Waffenschmuggel vor der Küste des Libanon verhindern und die Seewege kontrollieren. Die deutsche Bundeswehr ist hier mit Marine-Einheiten beteiligt.

Mali (seit 2013): UN-Stabilisierungsaktion „Minusma“

Im Rahmen der UN-Stabilisierungsaktion „Minusma“ entsandte Deutschland Soldaten in die Sahel-Region. Knapp 970 deutsche Soldaten sind in der Stadt Gao im Norden des Landes, der als besonders gefährlich gilt, stationiert. Das Ziel des Einsatzes: die Region zu stabilisieren und die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen voranzutreiben. Der Mali-Einsatz gilt als bis dato größter und gefährlichster Einsatz für die Bundeswehr, immer wieder kommt es dabei zu Gefechten und terroristischen Anschlägen.

Syrien und Irak (seit 2015): Militärische Unterstützung gegen den „Islamischen Staat“

Anlässlich der Pariser Terroranschläge vom 13. November 2015 beschloss der Bundestag am 4. Dezember 2015, Frankreich und die internationale Koalition gegen den „Islamischen Staat“ (IS) auch militärisch zu unterstützen. Allerdings sollen deutsche Truppen nicht aktiv an Gefechten teilnehmen. Die Beteiligung der deutschen Bundeswehr ist Teil der Operation „Counter Daesh“ und Teil der US-geführten „Combined Joint Task Force Operation Inherent Resolve“.

Sicherung der NATO-Südflanke (seit 2016): Sicherung des Mittelmeerraums

Im Juli 2016 wurde auf einem NATO-Gipfel in Warschau die Sicherheitsoperation „Sea Guardian“ beschlossen, die den Mittelmeerraum sichern soll. Unter anderem können Schiffe, die unter terroristischen Verdacht stehen, kontrolliert und durchsucht werden. Daran beteiligen sich auch Soldaten der deutschen Marine.